Weltweit leiden etwa 1,5 Milliarden Menschen an Kurzsichtigkeit
Baku, 29. Januar, AZERTAC
Mit Kurzsichtigkeit oder Myopie bezeichnet man eine bestimmte Form von optischer Fehlsichtigkeit (Ametropie) des Auges. Das Auge fokussiert das Licht vor, statt auf der Retina.
Zu den Ursachen gehören neben genetischer Veranlagung auch veränderte Sehgewohnheiten bei Kindern. Bei Kurzsichtigkeit, medizinisch Myopie genannt, ist der Augapfel zu lang oder die Brechkraft des Auges zu hoch. Parallel in das Auge einfallende Lichtstrahlen bilden ihren Brennpunkt nicht genau auf der Netzhaut, sondern davor. Dadurch sehen Kurzsichtige in der Nähe noch klar und deutlich. Je größer die Entfernung, desto unschärfer wird das Bild. Menschen die kurzsichtig sind, erkennt man häufig schon daran, dass sie sich beim Lesen sehr nah über das Buch beugen oder beim Blick in die Ferne die Augen etwas zusammenkneifen, um die Schärfentiefe zu erhöhen.
Eine Verlängerung des Auges um einen Millimeter - von 24 auf 25 mm - erzeugt ca. 2,7 Dioptrien (dpt) Kurzsichtigkeit. Ab -6 dpt spricht man von hoher Myopie. Sie erhöht das Risiko für Folgeerkrankungen wie Netzhauterkrankungen, grauen Star oder grünen Star schon ab 40 Jahren erheblich. 26 Prozent der 40-60jährigen mit einer Visusverschlechterung ( < 0,5 dpt) leiden unter einer Myopie-assoziierten Netzhauterkrankung.
Weltweit leiden etwa 1,5 Milliarden Menschen an Kurzsichtigkeit.
Junge Menschen können immer schlechter sehen. Die Ursachen für die zunehmende Kurzsichtigkeit sind aber nicht mehr allein genetisch, sondern eine Folge des heutigen Lebensstils. Ein Grund: der ständige Blick aufs Smartphone. Bei Kindern kann man aber mit einfachen Mitteln in vielen Fällen der Kurzsichtigkeit vorbeugen.
Ein zu langer Augapfel ist in den meisten Fällen der Grund für eine Kurzsichtigkeit. “Schuld” an einem zu langen Augapfel können einerseits erbliche Faktoren als auch Einflüsse der Umwelt sein. Wenn also beide Eltern an Kurzsichtigkeit leiden, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man selbst nicht scharf in die Ferne sehen kann. Auch eine Frühgeburt erhöht das Risiko für einen zu langen Augapfel. Die Kurzsichtigkeit entwickelt sich vor allem bis zum 30. Lebensjahr. In dieser Zeit verlängert sich der Augapfel zu stark.
Inwieweit äußere Einflüsse wie fehlendes Sonnenlicht oder zu viel Arbeit im Nahbereich die Ursache für einen zu langen Augapfel sind wird viel diskutiert. Studien zeigen jedoch, dass Kinder, die sich vermehrt im Freien aufhalten und dadurch verstärkt Sonnenlicht ausgesetzt sind, seltener an Kurzsichtigkeit leiden, als Kinder die viel Zeit in Räumen verbringen und künstlichem Licht ausgesetzt sind.
Es gibt einige Krankheiten, bei denen es häufiger zu Kurzsichtigkeit kommt. Das ist etwa bei der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) der Fall, wenn die Blutzuckerwerte schlecht eingestellt sind. Bei Normalisierung des Blutzuckers kann die Myopie wieder verschwinden.
Auch eine Form von Grauem Star (der sogenannte Kernstar) kann eine Kurzsichtigkeit begünstigen. Er tritt gehäuft bei älteren Menschen auf: Schon bevor sie die Linsentrübung bemerken, können sie manchmal plötzlich wieder ohne Lesebrille lesen. Der Graue Star kann vorübergehend die Nahsicht durch die ebenfalls auftretende Kurzsichtigkeit verbessern, die Fernsicht verschlechtert sich allerdings.
Bei einigen Krankheitssyndromen tritt häufig eine (starke) Kurzsichtigkeit auf. Die Krankheiten sind teilweise genetisch bedingt und können vererbt werden. Dazu zählen beispielsweise das Marfan-Syndrom und das Down-Syndrom. Hier treten neben der Kurzsichtigkeit Symptome auch in anderen Organen auf.
Mit einem Sehtest überprüft der Optiker oder Augenarzt die Sehschärfe einer Person - das heißt wie gut man in die Ferne und in die Nähe sehen kann. In der Regel besteht der Sehtest dabei aus Zahlenreihen, die nach unten hin kleiner werden.
Kurzsichtigkeit wird in der Regel mit einem Sehtest in einem Abstand von fünf bis sechs Metern überprüft. Zunächst wird dabei ein Auge zugedeckt und nur mit einem Auge geschaut. Nachdem das andere Auge auch einzeln getestet wurde, wird der Sehtest am Ende mit beiden Augen betrachtet.
Der Erfolg von “Augentraining”, das die Kurzsichtigkeit verbessern soll ist nicht wissenschaftlich belegt. Eine derartiges Augentraining ist daher nicht zu empfehlen. Es ist vielmehr zu beachten, dass Sie Ihre Sehhilfe so oft es geht tragen, um das Auge vor unnötigen Belastungen zu schonen. Zudem sollte bei Naharbeit wie zum Beispiel Lesen oder Schreibe stets auf eine gute Beleuchtung geachtet werden.
Mit verschiedenen Methoden kann man die Kurzsichtigkeit verbessern. Brillengläser oder Kontaktlinsen gleichen die Fehlsichtigkeit aus. Mit einer Operation kann man in bestimmten Fällen sogar Kurzsichtigkeit heilen. Kombiniert man mehrere Methoden, kann sogar eine hochgradige Myopie oft gut behandelt werden.
Hier sei erwähnt, dass im Badam Medical Center in Baku ein Myopie- und Laserzentrum funktioniert, das erste in Aserbaidschan ist. Im Zentrum wird die Kurzsichtigkeit (Myopie) laserchirurgisch behandelt.