Die Aserbaidschanische Staatliche Nachrichtenagentur

Zahl der Masernfälle steigt weltweit

Zahl der Masernfälle steigt weltweit

Baku, 4. Dezember, AZERTAC

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist die Zahl der Krankheits- und Todesfälle weltweit gestiegen, weil seit Jahren nicht genügend gegen Masern geimpft wird.

Sie geht von 136.000 Todesfällen weltweit aus, 43 Prozent mehr als im Jahr davor und von rund neun Millionen Erkrankungen (plus 18 Prozent). Im vergangenen Jahr hätten 37 Länder größere Ausbrüche erlebt, während es im Jahr davor 22 waren.

Rund 83 Prozent der Menschen haben weltweit im Leben eine erste Impfdosis erhalten, 74 Prozent eine zweite. Es müssten aber nach WHO-Angaben 95 Prozent der Menschen geimpft sein, um größere Ausbrüche zu verhindern.

Die Coronapandemie habe Impfprogramme in vielen Ländern unterbrochen, so die WHO. Alarmierend sei es, dass auch nach der Pandemie dort noch nicht wieder umfassend geimpft werde. Betroffen sind vor allem Länder in Afrika, aber auch Indien, Indonesien und Brasilien.

Seit dem Jahr 2000 sind nach Angaben der WHO durch Impfungen mehr als 56 Millionen Menschenleben gerettet worden. An dem Bericht war auch die US-Gesundheitsbehörde CDC beteiligt.

Masern sind eine hochansteckende Infektionskrankheit. Laut Weltgesundheitsorganisation sind die Krankheits- und Todesfälle durch Masern weltweit gestiegen.

Durch die Masernimpfung konnte die Zahl der Erkrankungen in der Vergangenheit global stark reduziert werden - von 1980 bis 2013 um über 95 Prozent. Bedingt durch die Impfmüdigkeit in den Industrieländern, die globale Migrationsbewegung und die Pandemie gab es zuletzt weltweit allerdings wieder viel mehr Masernfälle. Schon im Januar 2019 hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Masern wegen der weltweit ansteigenden Infektionszahlen zur Bedrohung der globalen Gesundheit erklärt und Erwachsenen empfohlen, ihren Impfschutz zu prüfen.

Die WHO geht davon aus, dass es im vergangenen Jahr weltweit 136.000 Todesfälle aufgrund von Masern gab. Das sind 43 Prozent mehr als im Jahr davor. Auch die Erkrankungen haben um 18 Prozent zugenommen und liegen bei rund neun Millionen. Im vergangenen Jahr hätten 37 Länder größere Ausbrüche erlebt, während es im Jahr davor 22 waren, so die WHO.

Rund 83 Prozent der Menschen haben weltweit im Leben eine erste Impfdosis erhalten, 74 Prozent eine zweite. Es müssten aber nach WHO-Angaben 95 Prozent der Menschen geimpft sein, um größere Ausbrüche zu verhindern. Die Coronapandemie habe Impfprogramme in vielen Ländern unterbrochen. Alarmierend sei es, dass auch nach der Pandemie dort noch nicht wieder umfassend geimpft werde. Betroffen sind vor allem Länder in Afrika, aber auch Indien, Indonesien und Brasilien.

Masern sind eine hochansteckende Infektionskrankheit, die durch Viren ausgelöst wird. Lange Zeit galten Masern als typische Kinderkrankheit, immer häufiger infizieren sich jedoch auch Jugendliche und Erwachsene mit dem gefährlichen RNA-Virus. Bei ihnen ist der Verlauf der Krankheit meist schwerer als bei Kindern.

Das Virus wird über Tröpfchen in der Atemluft übertragen. Sprechen, Husten oder Niesen eines Infizierten kann für eine Übertragung des Virus schon genügen. Denn um sich mit dem Virus anzustecken, reicht es aus, die Keime einzuatmen. Über die oberen Atemwege oder die Augenbindehaut kann der Erreger in den Blutkreislauf gelangen. Auch der direkte Kontakt mit dem infektiösen Sekret aus Rachen oder Nase ist ansteckend. Das Trinken aus demselben Glas eines Masern-Infizierten oder die Benutzung desselben Bestecks kann daher ebenfalls für eine Ansteckung ausreichen.

Bis zu zwei Stunden kann das Masern-Virus in der Luft überleben. Laut Robert Koch-Institut und dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte führt der Kontakt mit Masernviren bei nahezu 100 Prozent der Fälle zu einer Infektion, bei über 95 Prozent kommt es zu einem Krankheitsausbruch mit Symptomen.

Zu den typischen anfänglichen Anzeichen einer Infektion gehören grippeähnliche Symptome wie Fieber, Schnupfen, Halsschmerzen und trockener Husten. Hinzu können Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Kopf- und Bauchschmerzen sowie Lichtempfindlichkeit kommen, verbunden mit einer Bindehautentzündung, die sich vor allem durch tränende Augen bemerkbar macht.

Erst in einer zweiten Phase der Erkrankung - etwa zwei bis vier Tage nach Auftreten der ersten Symptome - kommt es zu dem für Masern typischen Hautausschlag. Das Gefährliche daran: Schon mehrere Tage bevor der Hautausschlag auftritt, ist der Infizierte für andere Personen hochansteckend - aber weiß bis dahin in der Regel noch gar nichts von seiner Erkrankung.

In den meisten Fällen heilen Masern problemlos aus. Bei zehn bis 20 Prozent der Erkrankten kommt es allerdings zu Komplikationen. Gefürchtet ist dabei vor allem die sogenannte subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE), eine Gehirnentzündung. Sie tritt zwar nur sehr selten als Folge einer Maserninfektion auf - etwa bei einer von 1.000 erkrankten Personen - endet aber immer tödlich. Das Tückische an dieser Folgeerkrankung: Sie tritt erst sechs bis acht Jahre nach der Infektion mit dem Masernvirus auf.

Auch andere Komplikationen sind nach einer Maserninfektion möglich. So kann eine schwere Form einer Lungenentzündung auftreten, die sogenannte Riesenzellpneumonie, oder die sogenannte Masern-Einschlusskörper-Enzephalitis, eine im Vergleich zur SSPE etwas weniger gefährliche Entzündung des Gehirns. Beide Komplikationen führen in etwa 30 Prozent der Fälle zum Tod.

Forscher aus England, Holland und den USA konnten in Studien, die im November 2019 in den Fachblättern Science und Science Immunology veröffentlicht wurden, zudem belegen, dass eine Maserninfektion - selbst wenn sie scheinbar schadlos überstanden wurde - unser Immunsystem über lange Zeit schwächt.

Wegen der starken Ähnlichkeit der Symptome zu Röteln, Ringelröteln und Scharlach muss zur Absicherung der Diagnose von Masern eine Blutuntersuchung gemacht werden, bei der die entsprechenden Antikörper als Zeichen einer Maserninfektion festgestellt werden können. Die Gefahr: Wegen der grippeähnlichen Symptome im Anfangsstadium der Erkrankung werden Masern oft nicht erkannt und falsch behandelt.

Bei einer Maserninfektion vor Ausbruch der Krankheit schützt eine sogenannte postexpositionelle Impfung vor einer Erkrankung. Bei abwehrgeschwächten Personen ist innerhalb von zwei bis drei Tagen nach Kontakt mit dem Virus die Verabreichung von verschiedenen Eiweißen, sogenanntem humanem Immunglobulin, als Prophylaxe möglich.

Sind die Masern ausgebrochen, helfen Ruhe und absolute Schonung sowie eine immunstärkende Ernährung und ausreichend Flüssigkeitszufuhr. Bei entsprechenden Symptomen sollte man aber auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut in Berlin empfiehlt eine erste Masernimpfung zwischen dem vollendeten 11. bis zum 14. Lebensmonat. Eine zweite Masernimpfung, um einen zuverlässigen Schutz zu gewährleisten, sollte nach Empfehlung der STIKO im Alter von 15 bis 23 Monaten erfolgen. Sie kann bereits vier bis sechs Wochen nach der ersten Impfung durchgeführt werden. Meist wird bei beiden Impfungen ein Kombinationsimpfstoff verwendet, der gleichzeitig auch gegen Mumps und Röteln (MMR) wirkt. Wer nach 1970 geboren ist, nur einmal oder gar nicht geimpft ist, sollte nach Empfehlung der STIKO eine Masernimpfung nachholen. Das gilt auch generell für Personen, die nicht wissen, ob sie jemals geimpft wurden.

Die Masern verlaufen heutzutage nur in extrem seltenen Fällen tödlich. Auch die Zahlen von den aktuellen Ausbrüchen von Masern zeigen, dass höchstens 1 bis 2 von 1000 Erkrankungen tödlich verlaufen und selbst bei diesen schweren Fällen ist zumeist nicht die Masernerkrankung selbst die Todesursache, sondern Komplikationen durch eine begleitende Lungenentzündung oder aufgrund von Durchfall.

In der heutigen modernen Zeit sind die Isolierung des Kranken und seine gute Betreuung die beiden wichtigsten Behandlungsmassnahmen. Dies bedeutet konkret Ruhe, Abgeschiedenheit, Schutz vor grellem Licht und eine gute Ernährung.

Die Orthomolekulare Medizin spielt bei der Behandlung der Masern ebenfalls eine große Rolle. Zumindest für Vitamin A sind positive Effekte für den Krankheitsverlauf beschrieben und sogar wissenschaftliche erforscht. Vitamin A findet sich als Vorstufe (Betacarotin) hauptsächlich in Grünkohl, Möhren, Süßkartoffeln, Trockenaprikosen, Fenchel, Löwenzahn, Spinat und Petersilie (und vielen anderen Kräutern).

Auch die mehrfache Gabe von Vitamin C in hohen Dosen scheint von großem Vorteil für einen unkomplizierten Heilungsverlauf zu sein. Die effektivsten pflanzlichen Quellen von Vitamin C sind Acerola, Hagebutten, Sanddorn, schwarze Johannisbeeren, Petersilie, Brokkoli, Bärlauch und Zitrusfrüchte.

Im Krankheitsfalle sollte aber aus meiner Sicht sicherheitshalber immer auch eine mehrfache Gabe von synthetischem Vitamin A und C erfolgen. Die hohen erforderlichen Vitaminmengen sind alleine durch die Nahrungsaufnahme kaum zu bewältigen, schon gar nicht von einem Kind, was möglicherweise nur wenig Appetit hat.

Berichten von anthroposophischen Ärzten zufolge heilen die Masern so behandelt praktisch immer komplikationslos ab.

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