Die Aserbaidschanische Staatliche Nachrichtenagentur

Klimawandel: Eine Bedrohung für Umwelt und Menschen

Klimawandel: Eine Bedrohung für Umwelt und Menschen

Baku, 23. Oktober, AZERTAC

Infolge des Klimawandels nehmen bereits heute die Häufigkeit und Intensität extremer Wetterereignisse zu. Dazu zählen Hitzewellen, Dürren, Wirbelstürme, Überschwemmungen und Flächenbrände. Zwischen 1970 und 2019 kamen durch wetter- und klimabedingte Katastrophen mehr als zwei Millionen Menschen ums Leben, über 80 Prozent davon in Entwicklungsländern. Die Zahl der wetterbedingten Katastrophen hat sich in den vergangenen 50 Jahren verfünffacht.

Darüber hinaus verursacht der Klimawandel schleichende Umweltveränderungen: Gletscher schmelzen, der Meeresspiegel steigt an, Ozeane versauern, Böden versalzen, Grundwasserspiegel sinken, Wüstengebiete breiten sich aus und die Artenvielfalt schwindet. Dies stellt die Menschen weltweit vor große Herausforderungen und bedroht Lebensgrundlagen.

Der Klimawandel trifft vor allem die Ärmsten und ist weltweit eine der zentralen Ursachen für Hunger und Armut. Es besteht akuter Handlungsbedarf - ohne schnelle und effektive Lösungen kann unser Ziel, den Hunger bis 2030 zu beenden, nur schwer erreicht werden.

Die Welthungerhilfe spürt die Auswirkungen des Klimawandels täglich in ihren Projekten und unterstützt betroffene Menschen weltweit mit unterschiedlichen Maßnahmen. Gleichzeitig fordern wir schnelles und entschiedenes Handeln in der Klimapolitik.

Wer heutzutage vom Klimawandel spricht, meint in der Regel nicht die grundsätzliche Veränderung der Witterungsbedingungen, sondern den menschengemachten, also anthropogenen Klimawandel.

Veränderungen des Klimas hat es in der Erdgeschichte schon immer gegeben: Längere Perioden mit hohen Temperaturen haben sich im Laufe der Zeit mit kälteren Perioden abgewechselt. Dabei handelt es sich um eine ganz natürliche Entwicklung im sogenannten Eiszeitalter - einer Periode der Erdgeschichte, in der Vereisungen rund um beide Erdpole bestehen.

Betrachtet man nun allein die Temperaturänderungen der letzten 2.000 Jahre, sieht man sowohl eine (eher regionale) mittelalterliche Warmzeit um 1.000 n. Chr., als auch eine sogenannte kleine Eiszeit, die vom Ende des 16. Jahrhunderts bis in das letzte Quartal des 17. Jahrhunderts reichte. Aktuell befinden wir uns in einer Kaltzeit. Klimaskeptiker*innen stützen ihre Argumentation besonders auf die Tatsache, dass sich kalte und warme Zyklen schon immer abgewechselt haben.

Dennoch: Seit der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert stieg die globale Temperatur im Vergleich deutlich an; um etwa ein Grad. Das klingt wenig, hat jedoch dramatische Folgen. Doch was sind die Ursachen für diesen menschengemachten Klimawandel?

Der Treibhauseffekt ist ein natürlicher Vorgang: Die Strahlung der Sonne heizt unsere Erde auf, die dann wiederum selbst Wärmestrahlung abgibt. Allerdings verschwindet diese Strahlung nicht einfach wieder vollständig im Weltall ¬-teilweise wird sie von einer Barriere aufgehalten und auf die Erde zurückreflektiert.

Wer heutzutage vom Klimawandel spricht, meint in der Regel nicht die grundsätzliche Veränderung der Witterungsbedingungen, sondern den menschengemachten, also anthropogenen Klimawandel.

Veränderungen des Klimas hat es in der Erdgeschichte schon immer gegeben: Längere Perioden mit hohen Temperaturen haben sich im Laufe der Zeit mit kälteren Perioden abgewechselt. Dabei handelt es sich um eine ganz natürliche Entwicklung im sogenannten Eiszeitalter - einer Periode der Erdgeschichte, in der Vereisungen rund um beide Erdpole bestehen.

Betrachtet man nun allein die Temperaturänderungen der letzten 2.000 Jahre, sieht man sowohl eine (eher regionale) mittelalterliche Warmzeit um 1.000 n. Chr., als auch eine sogenannte kleine Eiszeit, die vom Ende des 16. Jahrhunderts bis in das letzte Quartal des 17. Jahrhunderts reichte. Aktuell befinden wir uns in einer Kaltzeit. Klimaskeptiker*innen stützen ihre Argumentation besonders auf die Tatsache, dass sich kalte und warme Zyklen schon immer abgewechselt haben.

Dennoch: Seit der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert stieg die globale Temperatur im Vergleich deutlich an; um etwa ein Grad. Das klingt wenig, hat jedoch dramatische Folgen. Doch was sind die Ursachen für diesen menschengemachten Klimawandel?

Treibhauseffekt und Treibhausgase

Der Treibhauseffekt ist ein natürlicher Vorgang: Die Strahlung der Sonne heizt unsere Erde auf, die dann wiederum selbst Wärmestrahlung abgibt. Allerdings verschwindet diese Strahlung nicht einfach wieder vollständig im Weltall ¬-teilweise wird sie von einer Barriere aufgehalten und auf die Erde zurückreflektiert.

Bei dieser Barriere handelt es sich um unsere Atmosphäre; genauer gesagt um bestimmte Gase, die sich in ihr befinden. Entscheidend für den Treibhauseffekt sind Kohlendioxid, Methan und Distickstoffmonoxid (Lachgas) - wie die gläserne Struktur eines Treibhauses reflektieren diese Gase die Wärmestrahlung und sorgen so für einen Anstieg der Temperatur.

Ohne den Treibhauseffekt könnten wir nicht auf der Erde leben: Die durchschnittliche Temperatur läge bei minus 18 Grad Celsius. Treibhausgase sind also ein wichtiger Faktor für das Leben. Allerdings kann dieser Faktor auch zur Bedrohung werden: Ein beständiges Klima hängt entscheidend von der Menge der in der Atmosphäre vorhandenen Treibhausgase ab. Steigt die Konzentration der Gase, erhöht sich damit auch die zurückgeworfene Wärmestrahlung - und damit die Temperatur auf der Erde.

Genau an dieser Stelle kommt der Mensch ins Spiel: Seit dem Beginn der Industrialisierung im 18. und 19. Jahrhundert ist die Menschheit verantwortlich für einen erhöhten Ausstoß an Treibhausgasen.

Der Klimawandel verschärft die Ernährungssituation vieler Menschen. Ohne eine ambitionierte Klimapolitik bleibt die Ernährungssicherung auf der Strecke.

Durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe entsteht Kohlenstoffdioxid (CO2), das sich in der Atmosphäre anreichert. Mehr als die Hälfte des anthropogenen Klimawandels geht auf CO2-Emissionen zurück - die CO2-Konzentration in der Atmosphäre ist heute um etwa 40 Prozent höher als zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Auch die Rodung großer Waldflächen trägt zu dieser Entwicklung bei: Besonders die imposanten Regenwälder absorbieren große Mengen des Kohlenstoffdioxids - aktuell nehmen sie 30 Prozent der weltweiten Emissionen auf und regulieren so unser Klima. Je mehr Bäume also verschwinden, desto mehr CO2 gelangt in die Atmosphäre - eine fatale Entwicklung.

Weitere entscheidende Faktoren sind die Massentierhaltung und der Agrarsektor. Beispielsweise erzeugen Rinder beim Wiederkäuen große Mengen Methan in ihren Mägen. Dieses Gas ist zu rund 19 Prozent verantwortlich für den menschengemachten Klimawandel. Auch die Verwendung von stickstoffhaltigen Düngern sorgt für erhöhte Emissionen.

Lange Zeit waren sich Expert*innen uneinig darüber, ob der Klimawandel existiert und welche Rolle der Mensch dabei spielt. Mittlerweile ist man sich bis auf wenige Ausnahmen sicher: Der Planet wird wärmer und der Mensch trägt dazu entscheidend bei.

Die Fakten sprechen eine deutliche Sprache: 2016 war das wärmste Jahr seit Beginn der systematischen Temperaturmessungen im Jahr 1880. Ganze 20 der wärmsten gemessenen Jahre liegen in den letzten 22 Jahren. Das Klima erwärmt sich aktuell schneller als in allen bekannten Phasen der Erderwärmung. Expert*innen erwarten, dass die Temperatur am Ende des 21. Jahrhunderts um bis zu 5 Grad Celsius angestiegen sein könnte.

Dass die Lage ernst ist, wissen wir nicht erst seit heute. Schon lange warnt der Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change - IPCC) vor den Folgen des Temperaturanstieges. Das IPCC ist ein unabhängiges wissenschaftliches Gremium und zwischenstaatlicher Ausschuss, das die naturwissenschaftlichen Grundlagen, Folgen und Risiken des Klimawandels in sogenannten Sachstandberichten zusammenträgt und bewertet. Gleichzeitig zeigt das Gremium auch Möglichkeiten auf, wie die Menschheit den Klimawandel mindern kann.

Viele der vorhergesagten Folgen sind heute schon zu sehen. Theorien und Modelle haben außerdem gezeigt, dass Veränderungen des Klimasystems abrupt und nichtlinear sein können (IPCC, Vierter Sachstandbericht, 2007). Werden kritische Schwellen überschritten, kann es zu plötzlichen und drastischen Klimaänderungen kommen. Das heißt, dass der Klimawandel nicht kontinuierlich verläuft, sondern sogenannte „Kipp-Punkte“ Kettenreaktionen auslösen, die das sprichwörtliche Fass zum Überlaufen bringen können. Wissenschaftler*innen forschen daran, solche Kipp-Punkte zu identifizieren und frühzeitig zu erkennen.

Fakt ist: Der menschengemachte Klimawandel sorgt dafür, dass sich das Klimasystem unserer Erde nachweislich verändert und die Lebensräume vieler Lebewesen, auch den der Menschen, gefährdet.

Ob Eisschilde, Gletscher oder Permafrost: überall auf der Erde gehen die Eismassen zurück. Das Nordpolarmeer hat in den letzten 30 Jahren etwa die Hälfte seiner Eisdecke eingebüßt. Schon im Jahr 2050 könnte das Meer im Sommer frei von Eis sein. Ähnliches passiert mit den Eisschilden in Grönland und der Antarktis.

Viele kleine Gletscher sind weltweit bereits verschwunden. Die größeren, wie beispielsweise die Alpengletscher, haben seit der Industrialisierung im Schnitt knapp die Hälfte ihrer Masse verloren.

Verändert sich die Temperatur, verändert sich auch der Lebensraum: Viele Arten kommen mit der rapiden Entwicklung nicht zurecht und können sich nur anpassen, indem sie abwandern. Aufgrund der Erderwärmung sind bereits nachweislich Arten, wie z. B. die Goldkröte, ausgestorben.

Die Folgen des Klimawandels für Ökosysteme lassen sich mitunter am besten an den Korallenriffen im Meer ablesen. Korallen können ihren Standort nicht ändern und sind Temperaturschwankungen so ausgeliefert. Überschreitet die Temperatur einen kritischen Wert, stößt die Koralle die in ihr lebenden, symbiontischen Algen ab. Das führt dazu, dass sie ausbleicht - und letztendlich abstirbt.

Größtenteils verantwortlich für den globalen Klimawandel sind große Industrienationen, die viele Emissionen produzieren. Betroffen von den Folgen sind allerdings mehrheitlich arme Länder, die sowieso schon mit einer Reihe an Problemen zu kämpfen haben.

Allen voran: Hunger. Jeder neunte Mensch auf der Welt leidet darunter. Ganze 98 Prozent dieser Menschen leben in Ländern des Globalen Südens. Die meisten von ihnen arbeiten dort in der Landwirtschaft; viele produzieren nur für die eigene Versorgung. Die Ernährungssituation dieser Menschen ist hochgradig labil und äußerst anfällig für kleinste Schwankungen. Es fehlt vielerorts noch an Geld, Wissen und Vorräten, um im Notfall handeln und Engpässe ausgleichen zu können.

Der Klimawandel verschärft die kritische Lage in vielen Regionen noch weiter und lässt die Zahl der Klimaflüchtlinge steigen. Wetterextreme setzen der Landwirtschaft zu und bedrohen die Ernährungssicherheit. Langanhaltende Dürren und Hitzewellen sorgen dafür, dass auf den Feldern nichts mehr wächst. Die Ernten bleiben aus; Böden erodieren. Aufgrund der schwierigen Anbauverhältnisse steigen Nahrungsmittelpreise in die Höhe, für viele Menschen wird es dadurch zunehmen schwieriger, sich zu ernähren. Darüber hinaus wird auch das Wasser für viele Menschen immer knapper. Während es auf der einen Seite an Wasser fehlt, kommt es auf der anderen zu massiven Niederschlägen und reißenden Fluten, die Felder und wichtige Infrastruktur zerstören. So verlieren die Menschen nicht nur ihre Erträge, sondern oftmals ihre gesamte Existenz. Nicht selten flüchten Menschen, da Fluchtursachen zunehmen und die Versorgung nicht mehr gewährleistet werden kann.

Auch wirtschaftlich richten die extremen Wetterereignisse massiven Schaden an. Expert*innen gehen davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt in den ärmsten Ländern der Welt durch klimabedingte Katastrophen ab 2020 jährlich um etwa 3 Prozent zurückgehen wird. Schon jetzt müssen diese Länder horrende Summen für die Folgen von Katastrophen aufbringen.

Den Menschen in vielen Ländern könnte es bereits besser gehen; jedoch bremst der Klimawandel die Fortschritte der wirtschaftlichen Entwicklung zusehends aus. Forscher*innen haben ermittelt, dass die Kluft zwischen armen und reichen Ländern heute um ca. 25 Prozent größer ist, als sie es ohne die Erderwärmung wäre. Der Klimawandel sorgt also auch für die Verschärfung der globalen Ungleichheit.

Nach Berechnungen der Weltbank könnte die globale Erwärmung bis zum Jahr 2030 bis zu 132 Millionen weitere Menschen in extreme Armut treiben, wenn nicht schnell und umfassend in Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen investiert wird. 216 Millionen Menschen könnten bis zum Jahr 2050 gezwungen sein, ihre Heimatorte zu verlassen. 3,5 Milliarden Menschen könnten in 50 Jahren unter extremer Hitze leiden. Bereits jetzt hungern weltweit mehr als 700 Millionen Menschen, der Klimawandel könnte die Hungersnot weiter verstärken.

Besonders den ärmsten Ländern fehlen die finanziellen, institutionellen und technischen Mittel, um klimapolitisch gegensteuern zu können. Als Hauptverursacher des Klimawandels stehen die Industriestaaten in der Verantwortung, mit gutem Beispiel voranzugehen und zu mehr Klimagerechtigkeit beizutragen. Sie haben zugesagt, die Entwicklungsländer dabei zu unterstützen, ihre Volkswirtschaften klimaneutral zu machen und sich an die unvermeidbaren Folgen der Erderwärmung anzupassen. Zudem fördern sie zunehmend den Umgang mit verbleibenden Restrisiken, zum Beispiel durch verstärkte Angebote und Lösungsansätze im Bereich Klimarisikofinanzierung und -versicherung.

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