WHO: Malaria-Impfstoff senkt Kindersterblichkeit
Baku, 26. Oktober, AZERTAC
Ein Wundermittel ist der erste Malaria-Impfstoff „RTS,S/AS01“ nicht - seine Wirksamkeit liegt nur bei 30 bis 40 Prozent. Und doch: Eine große Datenauswertung aus drei afrikanischen Staaten scheint nun die positiven Folgen des Mittels zu belegen, das auch unter dem Namen „Mosquirix“ vom britischen Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline vermarktet wird. Es ist für Babys und Kleinkinder gedacht.
Das Wissenschaftsmagazin „Science“ berichtet von Ergebnissen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die kürzlich auf der Jahrestagung der American Society of Tropical Medicine and Hygiene vorgestellt wurden. Konkret geht es um Daten aus Ghana, Kenia und Malawi, wo „RTS,S/AS01“ in Pilotversuchen an mehr als 1,7 Millionen Kinder verabreicht worden war. Über einen Zeitraum von vier Jahren sei die Zahl der Todesfälle bei einmal geimpften jungen Kindern dort um 13 Prozent gesunken, schreibt „Science“. Die Fälle schwerer Malaria bei Kindern, die dreimal geimpft worden seien, hätten sogar um 22 Prozent abgenommen. Zufällige Todesfälle, etwa bei Unfällen, waren für die Statistik herausgerechnet worden.
Impfprogramm wird ab kommendem Jahr ausgedehnt - Die WHO hat den Impfstoff für Kinder in Risikogebieten bereits im Jahr 2021 empfohlen. Inzwischen hat die Organisation für eine zweite Vakzine namens „R21/Matrix-M“ grünes Licht gegeben. Die Herausforderung ist es, die Impfstoffe in den betroffenen Gebieten vor Ort zu verabreichen. Bei der Bezahlung soll die internationale Impfallianz Gavi helfen, die die nötigen Gelder einwirbt und die Dosen anschließend verteilt.
Im Sommer erklärte Gavi, zunächst sollten zwölf afrikanische Länder 18 Millionen Impfdosen „RTS,S/AS01“ über die Allianz erhalten. Neben den drei Pilotländern, wo die Impfungen weitergehen sollen, werden neun weitere Staaten neu in das Programm aufgenommen. Die Impfungen sollen im kommenden Jahr beginnen. Insgesamt haben nach Gavi-Angaben mindestens 28 afrikanische Staaten Interesse an der Impfung angemeldet.
Malaria tritt weltweit in den Tropen auf, Afrika ist mit 96 Prozent der Fälle (2021) jedoch besonders stark betroffen. Nach Gavi-Angaben sterben jedes Jahr fast eine halbe Million Kinder unter fünf auf dem Kontinent an den Folgen einer Malariainfektion. Die Erkrankung wird durch einzellige Parasiten verursacht, die über dämmerungs- und nachtaktive Anophelesmücken in den Menschen gelangen.