Menschenrechtler hoffen auf Asyl für Chen
Baku, den 30. April (AZERTAG). Die USA und China stecken mitten in einer neuen Belastungsprobe. Grund dafür ist der vermutlich in die US-Botschaft in Peking geflüchtete blinde Dissident Chen. Möglicherweise wird bereits über eine konkrete Lösung verhandelt.
Der Fall könnte innerhalb von zwei Tagen gelöst sein - so hoffen zumindest Menschenrechtsaktivisten. Laut Bob Fu von der US-Gruppe ChinaAid wollen China und die USA in diesem Zeitrahmen über das Schicksal des vermutlich in die amerikanische Botschaft in Peking geflüchteten Bürgerrechtlers Chen Guangcheng entscheiden. Eine Einigung über ein mögliches Asyl solle noch vor den bilateralen Gesprächen der beiden Länder am Donnerstag erzielt werden, sagte Fu. Berichten zufolge war der blinde Dissident Chen in der vergangenen Woche in Peking aus dem Hausarrest entkommen und hatte dann in der diplomatischen Vertretung der USA Schutz gesucht.
Beide Seiten seien „sehr um eine Lösung des Problems bemüht“, sagte Fu unter Berufung auf Regierungskreise in China und den USA. Die entscheidende Frage sei, ob Peking bereit sei, Chen ausreisen zu lassen. Die Vertretung der EU in China forderte die Regierung des Landes am Montag in einer Stellungnahme auf, behutsam mit dem Fall umzugehen und von weiterer Schikanierung des Aktivisten und seiner Familie abzusehen. Die US-Botschaft in Peking wollte sich zunächst nicht zum Thema äußern.
Chen konnte offenbar schon am Sonntag vor gut einer Woche nach eineinhalb Jahren aus seinem Hausarrest entkommen. Der Bürgerrechtler Hu Jia traf ihn nach eigenen Angaben und sprach mit seinen Bekannten. Diese hätten ihm gesagt, dass Chen an einem sicheren Ort sei. Damit könne nur die US-Botschaft gemeint gewesen sein, sagte er.