Militär putscht in Guinea-Bissau
Baku, den 13. April (AZERTAG). Kurz vor der geplanten Stichwahl um das Präsidentenamt in Guinea-Bissau versucht das Militär des westafrikanischen Landes, mit einem Putsch die Macht an sich zu reißen. Der Ministerpräsident wurde festgenommen. Soldaten haben an wichtigen Punkten der Hauptstadt Stellung bezogen.
Im westafrikanischen Guinea-Bissau haben Militärs einen Staatsstreich unternommen. Wie örtliche Medien in der Nacht zum Freitag berichteten, wurde Ministerpräsident Carlos Domingos Gomes Junior, der auch als Favorit bei den laufenden Präsidentenwahlen gilt, von Soldaten in seinem Haus festgenommen.
Augenzeugen berichteten aus der Hauptstadt Bissau, dass Schüsse zu hören seien. Aus Furcht würden die Menschen in ihren Häusern bleiben.
„Wir haben mehrere politische Verantwortliche festgenommen“, sagte ein Armeeoffizier. Sie seien zum Sitz des Generalstabs der Streitkräfte gebracht worden. Wer festgenommen wurde, sagte der Offizier nicht. Andere Politiker würden „aktiv gesucht“.
In Bissau patrouillierten in der Nacht auf Freitag mit Panzerfäusten und Schnellfeuergewehren bewaffnete Soldaten auf den Hauptverkehrsstraßen. Vor dem Büro der Vereinten Nationen und vor mehreren Botschaftsgebäuden waren Soldaten postiert. Es gab keinen Radioempfang mehr, auch Fernsehsendungen wurden nicht ausgestrahlt. Die Stadt lag nach einer Stromabschaltung im Dunkeln.
Wie das portugiesische Fernsehen aus der früheren Kolonie berichtete, sei auch die Zentrale der Regierungspartei PAIGC unter Kontrolle der Militärs. Außerdem hätten Soldaten an strategisch wichtigen Punkten der Hauptstadt Stellung bezogen.