Online-Händlers Amazon
Baku, den 3. Juni (AZERTAG). Die Mitarbeiter des Online-Händlers Amazon erhöhen den Druck auf den Konzern. In Leipzig und Bad Hersfeld legten Hunderte Beschäftigte die Arbeit nieder. Sie fordern höhere Löhne und einen anderen Tarifvertrag.
Höhere Löhne und einen Tarifvertrag für den Einzel- und Versandhandel. Das sind die Forderungen, für die die Mitarbeiter des Internetversandhändler Amazon am Montagmorgen zum dritten Mal streiken. An den Unternehmensstandorten Bad Hersfeld und Leipzig haben mit Beginn der Frühschicht erneut mehrere hundert Mitarbeiter des US-Unternehmens die Arbeit niedergelegt.
„Die Entschlossenheit in der Belegschaft ist groß, wir ziehen das durch,“ sagte Jörg Lauenroth-Mago, Ver.di-Fachbereichsleiter in Leipzig. „Die Geschäftsführung muss sich bewegen.“ Ansonsten würden die Proteste andauern. Am Standort Leipzig beteiligten sich etwa 200 Mitarbeiter an dem Ausstand. Auch im Logistik-Zentrum Bad Hersfeld erklärte Gewerkschaftssekretär Heiner Reimann, es seien „definitiv weitere Aktionen geplant.“ Hier legten etwa 400 Mitarbeiter die Arbeit nieder.
Die Gewerkschaft fordert einen Tarifvertrag nach den Konditionen des Einzel- und Versandhandels. Das US-Unternehmen lehnt dies ab und orientiert sich nach eigenen Angaben an der Bezahlung in der Logistikbranche. Die Proteste wirkten sich bereits aus, viele Sendungen blieben liegen. Von der Unternehmensführung war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten - sie hatte sich von Beginn des Streiks an unbeeindruckt gezeigt.
In früheren Stellungnahmen hatte Amazon darauf verwiesen, dass die Mitarbeiter mit ihren Einkommen am oberen Ende dessen lägen, was in der Logistikbranche üblich sei. „Daher sehen wir (..) für Mitarbeiter keinen Vorteil in einem Tarifabschluss“, hatte der Konzern erklärt.
Amazon hat in Deutschland acht Versandlager und rund 9000 Mitarbeiter. In Bad Hersfeld arbeiten mehr als 3300 Menschen. In Leipzig sind es etwa 2000.