Stern stirbt nach zwei Detonationen
Baku, 6. Juli, AZERTAC
Wenn ein Stern explodiert, sprechen Astronomen von einer Supernova. Und manchmal knallt es dabei nicht nur einmal, sondern gleich zweimal, wie jetzt ein internationales Forschungsteam erstmals nachweisen konnte. Bei einer 160.000 Lichtjahre entfernten Gaswolke in der Großen Magellanschen Wolke, einer Satellitengalaxie der Milchstraße, handelt es sich um den Überrest einer solchen doppelten Sternexplosion, wie die Wissenschaftler im Fachblatt “Nature Astronomy” berichten .
Die meisten Supernovä künden vom Tod eines großen, massereichen Sterns. Wenn solche Sterne ihren Vorrat an nuklearem Brennstoff verbraucht haben, geraten sie aus dem Gleichgewicht. Während ihr Inneres zusammenstürzt und zu einem Neutronenstern oder gar einem schwarzen Loch wird, katapultiert die dabei entstehende Druckwelle ihre Außenschichten ins All und lässt den sterbenden Stern hell aufleuchten, wie AZERTAC unter Berufung auf Spiegel berichtete.
Doppeldetonation im Doppelsystem - Doch es gibt auch völlig andere Sternexplosionen, von den Astronomen als “Typ Ia” bezeichnet. Zu diesen Supernovä kommt es, wenn ein Weißer Zwergstern mit einem weiteren größeren Stern ein enges Doppelsystem bildet. Dann nämlich kann von dem größeren Stern Gas auf den Weißen Zwerg herabströmen. Erreicht das angesammelte Gas eine kritische Menge, so kommt es zu einer thermonuklearen Explosion – einer Supernova vom Typ Ia –, die den Weißen Zwerg zerstört.
“Die Explosionen von Weißen Zwergen spielen eine entscheidende Rolle in der Astronomie”, erläutert Priyam Das von der University of New South Wales in Australien, der das Forschungsteam geleitet hat. Denn sie dienen den Himmelsforschern als kosmische Messlatte: Aus der Helligkeit der Explosion ergibt sich ihre Entfernung, und damit können die Astronomen dann die Expansion des Weltalls messen. “Doch trotz ihrer Bedeutung ist das seit Langem bestehende Rätsel um den genauen Mechanismus, der eine solche Explosion auslöst, noch immer ungelöst”, betont Das.