10. Oktober - Welttag für seelische Gesundheit
Baku, 10. Oktober, AZERTAC
Alljährlich findet am 10. Oktober der Welttag für seelische Gesundheit (World Mental Health Day) statt. Er wurde 1992 von der World Federation for Mental Health (WFMH) initiiert. Rund um den 10. Oktober finden zahlreiche Veranstaltungen von den unterschiedlichsten Akteuren statt. Seit 1995 steht der Welttag für seelische Gesundheit unter einem wechselnden Motto, das die WFMH festlegt.
Im Jahr 2014 lautete das Motto: „Mit Schizophrenie leben“.
Schizophrenie ist eine schwere psychische Erkrankung, von der etwa 1% der Bevölkerung mindestens einmal im Leben betroffen ist. Pro Jahr werden in Deutschland etwa 13.000 Menschen erstmals mit dieser Diagnose konfrontiert.
Die Erkrankung führt zu einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität. Weit verbreitete, doch falsche Vorurteile in der Bevölkerung führen dazu, dass die Betroffenen sich lange Zeit niemanden anvertrauen und nicht oder erst zu spät Hilfe suchen. Als vermeintlich „verrückt“ abgestempelt zu sein, ist ein Stigma, das zur Ausgrenzung führt und die soziale Reintegration von Menschen, die schizophren erkrankt sind, behindert. Diese Stigmatisierung von Betroffenen gilt es zu überwinden.
Der Welttag für psychische Gesundheit am 10. Oktober erinnert daran, dass Menschen nicht nur körperlich, sondern auch seelisch erkranken können. Allein in Deutschland sind nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (dgppn) jedes Jahr rund 17,8 Millionen Menschen von psychischen Erkrankungen betroffen. Hilfe kann eine Reha-Leistung der Deutschen Rentenversicherung bieten. Darauf macht die Deutsche Rentenversicherung Bund in Berlin aufmerksam.
Zu den häufigsten psychischen Erkrankungen zählen Angststörungen, krankhafte Veränderungen der Gefühlslage, die sogenannten affektiven Störungen, und psychische Störungen durch Alkohol- oder Medikamentenkonsum. Fest etabliert bei der Behandlung von psychisch erkrankten Menschen ist die psychische Rehabilitation, die von der Deutschen Rentenversicherung in spezialisierten Fachkliniken angeboten wird. Seit der Jahrtausendwende verzeichnet die Rentenversicherung eine stetige Zunahme in diesem Bereich: Der Anteil der medizinischen Reha-Leistungen aufgrund psychischer Störungen ist von 15,3 Prozent im Jahr 2000 auf 20,2 Prozent im Jahr 2022 gestiegen. Grund hierfür ist, dass psychische Erkrankungen immer häufiger erkannt und besser diagnostiziert werden. Bei den Indikationen für eine Rehabilitation liegen psychische Erkrankungen auf dem zweiten Platz nach Erkrankungen des Skeletts, der Muskeln und des Bindegewebes. Im Jahr 2022 erbrachte die Rentenversicherung knapp 180.000 medizinische Rehabilitationsleistungen im Bereich Psychosomatik und Psychotherapie. Frauen sind mit einem Anteil von 22,4 Prozent häufiger betroffen als Männer (18 Prozent).
„Aufgabe der multiprofessionellen Teams aus medizinischem und therapeutischem Fachpersonal in den Reha-Kliniken ist es, den Betroffenen im Rahmen ihrer Rehabilitation dabei zu helfen, die Zusammenhänge zwischen körperlichen Reaktionen, Symptomen und Gefühlen zu verstehen“, erklärt Brigitte Gross, Direktorin bei der Deutschen Rentenversicherung Bund. Ein individueller Therapieplan sowie Gruppen- und Einzelgespräche unterstützen die Rehabilitanden dabei, Kraft, Lebensmut und Selbstvertrauen zurückzugewinnen, ihre Leistungsfähigkeit wieder herzustellen und die eigenen Grenzen zu achten. Neben mehr Lebensqualität und einem besseren Wohlbefinden ist das Hauptziel einer Reha der Rentenversicherung der Erhalt der Arbeitskraft; Patientinnen und Patienten soll so lange wie möglich die Teilhabe am Arbeitsleben ermöglicht und dadurch der vorzeitige Ausstieg aus dem Erwerbsleben verhindert werden.