Ägypten kämpft gegen Währungsverfall
Baku, den 30. Dezember (AZERTAG). Ägyptens Wirtschaft leidet unter dem monatelangen politischen Hickhack, der Kurs der Landeswährung ist unter Druck geraten. Jetzt kämpft die Zentralbank in Kairo mit Dollarverkäufen und Devisenbeschränkungen gegen eine unkontrollierte Abwertung.
Die ägyptische Zentralbank bietet alle Kräfte auf, um den Abwertungsdruck auf die Landeswährung zu lindern. Am Sonntag kündigte die Zentralbank an, 75 Millionen Dollar aus ihren Währungsreserven zu versteigern, um so den Kurs des ägyptischen Pfunds zu stützen. Weitere Auktionen sollen folgen. Gleichzeitig wird es für Ägypter unattraktiver gemacht, ihr Geld in ausländische Währungen umzutauschen.
Seit dem Beginn der Unruhen steht das ägyptische Pfund unter Druck, weil Deviseneinnahmen von Touristen ebenso ausbleiben wie ausländische Investoren. Zudem tauschen viele Ägypter ihre Ersparnisse in Fremdwährung um. Gleichzeitig drohen der Zentralbank die Währungsreserven auszugehen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg sind sie seit dem Sturz von Staatschef Husni Mubarak um 60 Prozent auf 15 Milliarden Dollar gesunken. Nach den Ankündigungen gab der Kurs des ägyptischen Pfunds am Sonntag im Interbankenmarkt weiter nach.
Die Dollarauktionen seien eine der „letzten Verteidigungslinien der Zentralbank gegenüber einer unkontrollierten Abwertung des Pfunds angesichts der ausstehenden Verhandlungen mit dem Internationalen Währungsfonds“, zitiert Bloomberg den Kairoer Ökonomen Mohammed Abu Bascha von der Investmentbank EFG-Hermes.
Ägyptens Verhandlungen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) über einen Kredit in Höhe von 4,8 Milliarden US-Dollar sind seit dem Streit über die neue Verfassung unterbrochen. Regierungschef Hischam Kandil sagte am Sonntag, die Gespräche sollten zum Jahresbeginn weitergehen. Die Regierung werde den IWF im Januar bitten, die Kreditverhandlungen wieder aufzunehmen.