Anleger stürzen sich auf Facebook-Aktie
Baku, den 24.Oktober (AZERTAG). Es scheint paradox: Facebook melden einen Verlust von fast 60 Millionen Dollar für das dritte Quartal - doch die Anleger stürzen sich auf die Aktie des Unternehmens. Grund für die Euphorie ist ein unerwartet hohes Wachstum des sozialen Netzwerks bei den Werbeeinnahmen im mobilen Internet.
Facebook macht unerwartet große Fortschritte auf seinem größten Problemfeld. Im mobilen Internet hat das soziale Netzwerk im dritten Quartal deutlich mehr Werbegelder eingenommen als erwartet und seinen Umsatz um fast ein Drittel gesteigert. Obwohl das Unternehmen einen Verlust von 59 Millionen Dollar meldete, kletterte der Aktienkurs nachbörslich um fast 13 Prozent.
Gründe für das relativ hohe Minus im dritten Quartal waren hohe Steuern auf Aktien, mit denen Facebook seine Mitarbeiter entlohnt. Auch die allgemeinen Kosten legten stark zu. Bereits im Vorquartal hatte der Börsenneuling rote Zahlen geschrieben. Im Vorjahreszeitraum dagegen hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von 227 Millionen Dollar verzeichnen können. Damals war Facebook aber noch nicht börsennotiert.
Gründer und Firmenchef Mark Zuckerberg hob am Dienstag am Sitz in Menlo Park indes die Fortschritte im mobilen Geschäft hervor, das als Schwachpunkt gilt. Der Konzern konnte seinen Umsatz im dritten Quartal um 32 Prozent auf 1,26 Milliarden Dollar steigern. Die Werbung machte davon 86 Prozent aus, der Rest ist vor allem Facebooks Anteil an kostenpflichtigen Online-Spielen. Mit den Zahlen überraschte Facebook die Analysten, die pessimistisch gewesen waren.
Der Druck auf das Unternehmen hat enorm zugenommen. Die Anleger haben Zweifel am Geschäftsmodell des sozialen Netzwerks. Denn das Anzeigengeschäft leidet unter dem boomenden mobilen Internet. Mittlerweile besucht mehr als die Hälfte der Nutzer das Netzwerk über Smartphones und Tablets. Die Werbemöglichkeiten sind dort aber bislang stark eingeschränkt. Entsprechend leidet die zentrale Einnahmequelle des Unternehmens.