China schwänzt Weltbank-Treffen wegen Inselstreit
Baku, den 10. Oktober (AZERTAG). Der Streit um die Inseln im Ostchinesischen Meer hat immer stärkere wirtschaftliche Folgen. China schickt nur eine Rumpftruppe zum Weltbank-Treffen nach Tokio. Und japanische Waren werden boykottiert.
Vor dem Hintergrund des Streits zwischen China und Japan um unbewohnte Inseln im Ostchinesischen Meer bleiben der chinesische Finanzminister und Notenbankchef der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds IWF und der Weltbank in Tokio fern.
Die vier größten chinesischen Banken nehmen ebenfalls nicht an dem Treffen teil, wie die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Der Boykott durch die Vertreter der Industrial and Commercial Bank of China, Bank of China, Construction Bank und Agricultural Bank erfolge wegen der angespannten Beziehungen durch den Territorialstreit, wurden Experten zitiert.
Von Regierungsseite nehmen nur Chinas Vizezentralbankchef Yi Gang und Vizefinanzminister Zhu Guangyao an der Jahrestagung teil, bestätigte Xinhua. Ein Sprecher der japanischen Regierung bedauerte das Fernbleiben der chinesischen Finanzvertreter.
Autobauer leiden besonders-Die Wut der Chinesen hat bereits die japanischen Autobauer mit voller Wucht getroffen. Der Absatz von Herstellern wie Toyota, Nissan, Suzuki und Honda brach im September im Reich der Mitte um bis zu rund 50 Prozent ein.
Die Chinesen boykottieren seit Mitte September zahlreiche japanische Waren, nachdem das Nachbarland in einem Streit um zwei Inseln im ostchinesischen Meer vorgeprescht war. Tokio hatte die Gebiete von zwei Privatleuten gekauft und damit China brüskiert, das ebenfalls Ansprüche auf die Inseln erhebt. Gewalttätige Ausschreitungen und Boykottaufrufe auf dem Festland waren die Folge.
Der Verzicht der Chinesen schlug sich in den Absatzzahlen der Autobauer jenseits des Meeres drastisch nieder. So verkaufte Toyota im vergangenen Monat knapp 49 Prozent weniger Autos als vor Jahresfrist, bei Nissan betrug das Minus gut ein Drittel, bei Suzuki gut 42 Prozent und bei Honda gut 40 Prozent. „Der Lagerbestand steigt, die Produktion geht zurück und der Vertrieb läuft alles andere als gut“, sagte Analyst Koji Endo von Advanced Research Japan.
„Die deutschen und südkoreanischen Konkurrenten werden die Marktanteile übernehmen, wenn die Japaner weniger verkaufen. Ich kann für die Japaner nichts Positives erkennen.“ Für die anderen Ausländer war der September ein glänzender Monat in China. So steigerte BMW seinen Absatz vor Ort um mehr als die Hälfte, Audi um ein Fünftel und die koreanische Hyundai um 15 Prozent.