Das 600-Milliarden-Dollar-Fest
Baku, den 24. Dezember (AZERTAG). Amerika im Shopping-Fieber. 600 Milliarden Dollar geben die US-Bürger in diesem Jahr für Weihnachten aus. Auf der Liste der Trend-Geschenke stehen Autoersatzteile, in einer New Yorker Edel-Boutique verkaufen sich bunte Jeans besonders gut. Am beliebtesten ist jedoch ein Klassiker.
Gemeinsam mit gelben Taxis, grauen Freiheitsstatuen und Hunderten weiteren Weihnachtsbaumkugeln im New-York-Stil baumelt das Stück an einer mannshohen Tanne. Diese steht mitten auf dem siebten Stock des Edel-Kaufhauses Bloomingdale's und bildet das Kernstück der Weihnachtsdekoration. Von der Tanne selbst ist nicht viel zu sehen.
„Schön, nicht?“, fragt der immer noch strahlende Mast. „Letztes Jahr kamen Jay-Z und Beyoncé hier vorbei. Als sie den Baum gesehen haben, haben sie ihn vom Fleck weg gekauft, dabei ist er doch eigentlich nur unsere Deko. Aber meine Mitarbeiter haben ihn dann, genauso wie er hier stand, bei ihnen zu Hause wieder aufgebaut.“ Die Umtopf-Aktion dürfte nicht billig gewesen sein, schon eine einzige der New-York-Kugel kann bis zu 125 Dollar (etwa 95 Euro) kosten. Aber Geld sei bei seiner Kundschaft nicht so das Problem, sagt Mast.
Kurz vor Weihnachten ist der Manager wie jedes Jahr im Dauerstress. 25.000 Menschen strömen jeden Tag in das Edel-Kaufhaus an der New Yorker Lexington Avenue. Im November und Dezember - den wichtigsten Verkaufsmonaten - sind es 30.000. Auch die Zahl der Angestellten erhöht sich von 2500 auf 3000. Geschäftszahlen veröffentlicht das einst von den Nachfahren deutscher Einwanderer gegründete Geschäft nicht. Spricht man Mast darauf an, schweigt er - aber grinst dabei zufrieden.
80 Prozent kaufen Gutscheine-Jedes Jahr vor Weihnachten verfällt Amerika dem kollektiven Shopping-Rausch. Rund 750 Dollar will jeder Amerikaner in diesem Jahr nach Angaben des Einzelhandelsverbandes ausgeben - für alles vom Plätzchen über die Geschenke bis hin zum Deko-Rentier. Das macht insgesamt fast 600 Milliarden Dollar - rund vier Prozent mehr als letztes Jahr, sagt Verbandssprecherin Kathy Grannis. Und das, obwohl die Konjunktur und der Arbeitsmarkt alles andere als rosig aussehen.
Ganz oben auf der Geschenkliste? „Gutscheine. Mehr als die Hälfte aller Amerikaner wollen sie unseren Umfragen zufolge und 80 Prozent kaufen sie“, sagt die Verbandssprecherin. Ist das nicht ein bisschen unpersönlich? „Ach, heute kann man die mit Fotos und allem möglichen verzieren, dann wirkt das sehr persönlich.“ Im Edel-Kaufhaus verkauften sich zudem Kaschmir-Pullover, Kosmetik und Technik-Accessoires ganz besonders gut, sagt Manager Mast.