Ex-Banker der Credit Suisse festgenommen
London, den 27.September (AZERTAG). Einen früheren Händler der Schweizer Bank Credit Suisse holt die Finanzkrise ein. Ermittler nahmen den 39-Jährigen in London wegen Betrugsverdachts fest. Der Mann soll 2007 und 2008 an Milliardenverlusten mit Ramschpapieren beteiligt gewesen sein.
Im Skandal um milliardenschwere Verluste bei der Credit Suisse gibt es einen weiteren Fahndungserfolg. Ermittler nahmen in London einen ehemals ranghohen Wertpapierhändler der Schweizer Bank fest. Ihm droht die Überstellung in die USA. Dort wird ihm Betrug vorgeworfen. Der Mann soll in die Milliardenverluste der Credit Suisse durch Ramschanleihen in der Zeit zwischen 2007 und 2008 verwickelt sein. Die Festnahme hätten Ermittler seit acht Monaten vorbereitet, hieß es.
Der heute 39-Jährige war zu der Zeit der globale Chef der Credit Suisse für den Handel mit strukturierten Krediten. 2008 hatte Credit Suisse überraschend einen Verlust von 2,85 Milliarden Dollar bei Ramschanleihen gemeldet und eine Gruppe von Händlern dafür verantwortlich gemacht. Diese hätten vorsätzlich Preismanipulationen vorgenommen, hieß es damals bei Credit Suisse. Die Beschuldigten bewerteten demnach Wertpapiere absichtlich zu hoch.
Die Papiere waren mit US-Hypotheken besichert, deren Wert 2007 in den Keller rauschte. Spekulationen mit solchen Papieren gelten als einer der Auslöser für die größte Finanzkrise seit den dreißiger Jahren.
In dieser Sache hatten sich in den USA bereits im Februar zwei andere frühere Händler der Bank schuldig bekannt. Einer von ihnen hatte erklärt, er habe - wie auch andere Händler - beim Zusammenbruch des US-Immobilienmarktes Manipulationen vorgenommen.
Als Begründung gab der Mann damals an, er habe einen höheren Bonus kassieren und vor seiner Chefin gut dastehen wollen. Der zweite Beschuldigte erklärte damals, er habe zwar gewusst, dass er falsch handle. Er habe es auf Wunsch seiner Chefs dennoch gemacht. Allein bei diesen beiden Männern soll es um Geschäfte im Wert von einer halben Milliarde Dollar gehen.
Credit Suisse kommt nicht aus den Schlagzeilen-Das Verfahren gegen die früheren Credit-Suisse-Mitarbeiter gilt als einer der größten Erfolge der US-Strafverfolger, da sie Mitarbeitern einer großen Bank eine Beteiligung am Zusammenbruch des US-Hypothekenmarkts nachweisen konnten.