Ford will belgisches Auto-Werk 2014 schließen
Baku, den 24.Oktober (AZERTAG). Wegen mangelnder Auslastung droht dem Ford-Werk im belgischen Genk die Schließung. Mehr als 10.000 Stellen könnten insgesamt davon betroffen sein. Profitieren dürfte eine spanische Stadt.
Hiobsbotschaft für Tausende Beschäftigte des Ford-Werks im ostbelgischen Genk. Der US-Automobilhersteller wird seinen dortigen Produktionsstandort Ende 2014 wegen mangelnder Auslastung schließen. Betroffen seien direkt 4500 Mitarbeiter am Standort sowie weitere 5.000 Stellen bei Zulieferern, sagten Gewerkschaftsvertreter der Nachrichtenagentur AP.
Die Firmenleitung habe ihnen am Mittwoch bei einem eigens anberaumten Krisengespräch einen entsprechenden Brief verlesen. Genk gehört zu den drei größten Fabriken des Konzerns in Westeuropa.
In der Stadt nahe der deutschen Grenze lässt Ford den Mittelklassewagen Mondeo, den Van und den Sportvan S-Max vom Band laufen. Den Gewerkschaftsangaben zufolge soll die Produktion des Mondeo nun ins spanische Valencia verlagert werden, dies habe die Unternehmensspitze angekündigt.
Ford leidet seit geraumer Zeit unter Absatzeinbrüchen und rechnet im Europageschäft für das laufende Jahr mit einem Verlust von mehr als einer Milliarde Dollar. Analysten hatten zuvor bereits erwartet, dass das Unternehmen wegen überschüssiger Produktionskapazitäten letztlich Beschäftigte entlassen oder einzelne Fabriken ganz schließen würde.
Schwere Verluste auch bei Opel, Fiat und Peugeot-Verkaufte Ford 2007 noch 18 Millionen Fahrzeuge in Westeuropa, waren es im letzten Jahr lediglich 15,3 Millionen. In diesem Jahr werden nach Konzernangaben 14 Millionen Fahrzeuge erwartet.
Dem US-Hersteller machen unter anderem die Markterfolge aufstrebender Hersteller wie Dacia und Hyundai zu schaffen. Schwere Verluste machen deswegen auch andere vom europäischen Markt abhängige Hersteller wie Opel, Fiat oder Peugeot.