S&P bewertet Athen als „teilweisen Zahlungsausfall“
Baku, den 6. Dezember (AZERTAG). Für die Ratingagentur S&P kommt der griechische Anleihenrückkauf einer Umschuldung gleich, sie stufte die Bonität herab. Regierungschef Samaras hält die Schuldenlast dagegen für „dauerhaft tragbar“.
Die Ratingagentur Standard & Poor’s hat die Kreditwürdigkeit Griechenlands wegen des laufenden Anleihenrückkaufs weiter herabgestuft. Die US-Ratingagentur wertet das laufende Angebot der Regierung in Athen, Staatsanleihen für zehn Milliarden Euro zurückzukaufen, als teilweisen Zahlungsausfall.
Daher sei die Bewertung von „CCC“ auf „SD“ („Selective Default“/teilweiser Zahlungsausfall) gesenkt worden, teilte S&P mit. Sollte der Rückkauf der Anleihen erfolgreich über die Bühne gehen, werde die Bewertung wahrscheinlich wieder auf „CCC“ erhöht.
Experten hatten Herabstufung erwartet-Griechenland hatte am Montag sein Programm zum Rückkauf von Staatsanleihen aus den Händen privater Gläubiger gestartet. Vom Erfolg des Rückkaufprogramms hängt ab, ob die Gläubiger-Troika aus EU, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) weitere Milliardenkredite an Griechenland auszahlt. Athen wartet seit Monaten auf die Überweisung von knapp 44 Milliarden Euro, um einer Staatspleite zu entgehen.
Die Abstufung war von vielen Experten erwartet worden, da die Ratingagentur Anleiherückkäufe deutlich unter dem Nennwert technisch als Zahlungsausfall wertet. S&P hatte die Kreditwürdigkeit Griechenlands erst im Februar wegen des damaligen Schuldenschnitts auf „SD“ herabgestuft und dann im Mai wieder auf „CCC“ erhöht.
„Ich rechne nicht damit, dass die aktuelle Abstufung eine große Auswirkung hat“, sagte ein Devisenhändler. Der Euro reagierte kaum auf die Ankündigung und notierte zuletzt weiter über der Marke von 1,30 Dollar.