Stiftung Warentest bemängelt Datenschutz bei Apps
Baku, den 24. Mai (AZERTAG). Smartphone-Apps bieten oft keine Datensicherheit. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest. Persönliche Informationen der Besitzer werden häufig ungesichert an Datensammler weitergegeben.
Viele Apps für Smartphones bieten nach Analysen der Stiftung Warentest keine Datensicherheit. Wie die Stiftung auf ihrer Jahrespressekonferenz in Berlin mitteilte, geben sie persönliche Informationen der Smartphone-Besitzer ungesichert und nicht anonymisiert an Datensammler weiter. Dazu zählten etwa Passwörter sowie Inhalte von Adressbüchern mit echten Namen, realen Telefonnummern und E-Mail-Adressen.
Wie die Stiftung weiter mitteilte, wurden bei einem Test der Datensicherheit von 63 beliebten Apps für Smartphones neun als „sehr kritisch“ eingestuft. Weitere 28 erhielten das Prädikat „kritisch“. Insgesamt 26 Apps wurden als „unkritisch“ eingestuft. Die Ergebnisse der Analysen sind in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift „test“ veröffentlicht.
Wer bei bestimmten Apps stets dasselbe Passwort und ein ungesichertes WLAN-Netz nutze, gefährde so Online-Banking und E-Mail-Postfach, teilte die Stiftung weiter mit. Andere Apps sendeten den Standort, den Mobilfunkanbieter, die Benutzungsstatistik und die Geräteerkennung oder sie kommunizierten mit Servern von Fremdfirmen.
Der Vorstand der Stiftung Warentest, Hubertus Primus, kündigte auf der Jahrespressekonferenz an, künftig für mehr Transparenz im Finanzmarkt sorgen zu wollen. Die Stiftung freue sich über die 1,5 Millionen Euro, die sie ab dem kommenden Jahr von der Bundesregierung erhalten solle, um den Verbraucherschutz für Finanzprodukte zu stärken.
Zwar sei die Stiftung Warentest nicht dafür zuständig, neue Produkte zuzulassen oder zu verbieten. Sie werde aber mehr Anbieter in ihre Tests einbeziehen, bestimmte Finanztests häufiger durchführen, sich dem Zertifikatemarkt widmen, Produktinformationsblätter überprüfen und sich stärker mit ethisch-ökologischen Finanzprodukten beschäftigen.
Im vergangenen Jahr hat die Stiftung insgesamt 99 (2010: 111) klassische vergleichende Warentests durchgeführt, in denen 1.633 (2010: 2.006) Produkte getestet wurden. Hinzu kommen Dienstleistungsuntersuchungen, Marktübersichten und untersuchungsgestützte Reports.
Das Onlineportal test.de wurden 2011 von 37,5 Millionen Besuchern genutzt. Die Zuwächse im Onlinebereich könnten aber den Rückgang bei den Zeitschriften noch nicht auffangen, sagte Primus. Die durchschnittlich verkaufte Gesamtauflage von „test“ sank binnen eines Jahres von 480.000 Exemplaren monatlich in 2010 auf rund 470.000 Exemplare im Jahre 2011.