Toyota-Verkäufe in China brechen ein
Tokio, den 5. Oktober (AZERTAG). Der Inselstreit zwischen Japan und China hat für Toyota schwerwiegende Folgen. Einem Zeitungsbericht zufolge sind die Verkaufszahlen des Autobauers in der Volksrepublik zuletzt halbiert worden. Nun könnten die Gewinnziele des Konzerns in Gefahr geraten.
Chinesische Autokäufer boykottieren offenbar japanische Hersteller. So hat Toyota einem Zeitungsbericht zufolge im September in der Volksrepublik nur halb so viele Autos verkauft wie im August. Grund sei die antijapanische Stimmung in China wegen des Streits um die Senkaku-Inseln, schreibt die japanische Zeitung „Yomiuri am Freitag unter Berufung auf den Autobauer. Eine Firmensprecherin wollte sich zu dem Bericht nicht äußern und verwies darauf, dass Toyota die September-Absatzzahlen für China am Dienstag veröffentlichen wolle.
Im August hatte Toyota in China rund 75.300 Autos verkauft. Sollten die Probleme vor Ort in dieser Größenordnung noch länger anhalten, könnten die Gewinnziele in Gefahr geraten.
Die beiden größten Volkswirtschaften Asiens streiten sich um eine unbewohnte Inselgruppe im Ostchinesischen Meer, die in China Diaoyu und in Japan Senkaku heißt. Der Konflikt hatte sich zugespitzt, nachdem die japanische Regierung trotz scharfer Warnungen aus Peking einen Teil der Inselgruppe einem privaten japanischen Besitzer abkaufte. In China kam es daraufhin zu den schwersten Protesten und Übergriffen auf japanische Einrichtungen seit Jahrzehnten. Japanische Firmen klagen seitdem über Absatzrückgänge in China.
China ist Japans größter Handelspartner, und die gesunkene Nachfrage bekommen vor allem die Autobauer zu spüren. So hatten Toyota, Suzuki und Nissan ihre Produktion in China wegen der eingeschränkten Nachfrage bereits reduziert.