WEF: Aserbaidschan zeigt fortschrittliche Ansätze bei der Digitalisierung von Handelssystemen
Baku, 7. Mai, AZERTAC
Die Digitalisierung des globalen Handels und der Übergang zu papierlosen Technologien könnten innerhalb von fünf Jahren zusätzliche weltweite Wirtschaftsgewinne in Höhe von bis zu zehn Billionen US-Dollar schaffen. Das sagte Tim Stekkinger, Leiter der Initiative „TradeTech“ und für digitalen Handel beim Weltwirtschaftsforum (WEF), bei einer Projektpräsentation in Baku.
Aserbaidschan setze in diesem Bereich einige der modernsten Systeme weltweit ein, erklärte Stekkinger. Besonders hob er das e-FISA-System hervor. „Das ist eines der modernsten Systeme, die ich bisher gesehen habe“, sagte er. Solche technologischen Lösungen seien ein entscheidendes Instrument zum Abbau bürokratischer Hürden im internationalen Handel.
Nach Angaben des WEF-Vertreters macht der Welthandel zwar rund 30 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts beziehungsweise 115 bis 120 Billionen US-Dollar aus, der Anteil des digitalen Handels liege jedoch derzeit erst bei etwa 12 bis 15 Prozent. Eine der größten Herausforderungen bleibe die umfangreiche papierbasierte Dokumentation im Warenverkehr.
Die „TradeTech“-Initiative unterstütze Regierungen dabei, geeignete Regelwerke für die digitale Transformation einzuführen, sagte Stekkinger. Ziel sei es, den Handel mithilfe neuer Technologien effizienter, inklusiver und nachhaltiger zu gestalten.
Zugleich verwies er auf die enge Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Analyse und Koordination der Vierten Industriellen Revolution (C4IR) in Aserbaidschan. Gemeinsam würden Lieferkettenprobleme analysiert und auf Grundlage des sogenannten „Drei-Horizonte-Modells“ Innovationsfahrpläne entwickelt.
Die Erfahrungen Aserbaidschans auf dem Gebiet der technologischen Vereinfachung von Handelsverfahren könnten nach Einschätzung Stekkingers zu einer Zukunft beitragen, in der Waren schneller und weitgehend ohne administrative Verzögerungen geliefert werden.