Barclays will 3700 Stellen streichen
Baku, den 12. Februrar (AZERTAG). Die skandalgeschüttelte Großbank Barclays will im laufenden Jahr mindestens 3700 Stellen streichen. Das Unternehmen muss für das abgelaufene Jahr einen Milliardenverlust einräumen - und kündigt ein großangelegtes Sparprogramm an.
Die britische Barclays-Bank streicht 3700 Stellen. Das gab Vorstandschef Antony Jenkins am Dienstag in London bekannt. 1900 der Stellenstreichungen entfallen auf das Filialgeschäft. 1800 Arbeitsplätze werden im Investmentbanking gestrichen. Gleichzeitig wurde der Bonuspool für 2012 um 16 Prozent gekürzt.
Die Streichungen sind Teil eines großangelegten Sparprogramms. Bis 2015 sollen dann die jährlichen Kosten um 1,7 Milliarden auf 16,8 Milliarden Pfund sinken.
Barclays war in jüngster Zeit in eine Reihe von Bankenskandalen verwickelt, darunter die Manipulation des international bedeutenden Referenzzinssatzes Libor. Zudem wird untersucht, ob die Rettung der Bank in der Finanzkrise 2008 durch einen Staatsfonds aus Katar mit rechten Dingen abgelaufen ist.
Die Bank mit weltweit rund 140.000 Beschäftigten rutschte im vergangenen Jahr tief in die roten Zahlen. Barclays teilte am Dienstag mit, der Verlust belaufe sich auf 1,04 Milliarden Pfund - im Jahr 2011 hatte die Bank noch drei Milliarden Pfund Gewinn gemacht.
Barclays hat seit August 2012 eine neue Führung. Die frühere Spitze war nach Bekanntwerden des Skandals um manipulierte Interbanken-Zinsen zurückgetreten. Mitarbeiter der Bank und weiterer Finanzinstitute sollen zwischen 2005 und 2009 Zinssätze, zu denen sich die Banken untereinander Geld leihen, unerlaubt beeinflusst haben. Die Bank zahlte umgerechnet rund 360 Millionen Euro, um die Ermittlungen gegen sie zu beenden.