China erhebt Strafzölle auf Chemikalie aus EU
Baku, den 27. Juni (AZERTAG). Der Handelsstreit zwischen China und der EU verschärft sich. Die Volksrepublik führt Anti-Dumping-Zölle auf eine Chemikalie aus Europa ein. Betroffen ist auch der Dax-Konzern Lanxess.
Es fing mit Solarmodulen an, weitete sich auf Weine aus und erreicht jetzt eine neue Stufe. China will ab Freitag Anti-Dumping-Zölle in Höhe von bis zu 37 Prozent auf eine bestimmte, aus der Europäischen Union importierten Chemikalie erheben. Betroffen ist unter anderem der deutsche Chemiekonzern Lanxess, für den eine Abgabe von 19,6 Prozent auf Toluidine-Exporte nach China fällig wird. Das kündigte das chinesische Handelsministerium am Donnerstag an.
Toluidine kommt unter anderem bei der Herstellung von Pestiziden oder Medizin zum Einsatz. Auch andere Firmen sind betroffen. Die Zölle liegen den Angaben nach zwischen 19,6 und 36,9 Prozent. Sie sollen ab Freitag für fünf Jahre in Kraft bleiben.
Der Handelsstreit zwischen China und der EU dürfte sich damit weiter verschärfen. Die EU hat jüngst zum Ärger Chinas Solarpanel aus der Volksrepublik mit Strafzöllen belegt. Die Wettbewerbshüter werfen den chinesischen Firmen Dumping-Preise vor. Die Zölle sollen zunächst 11,8 Prozent betragen. Erst von August an sollen sie auf 47,6 Prozent angehoben werden, insgesamt werden sie höchstens sechs Monate in Kraft sein.
In dieser Zeit soll verhandelt werden. Kommt es zu keiner Einigung, müssen die EU-Regierungen spätestens im Dezember entscheiden, ob sie die Zölle für fünf weitere Jahre verhängen oder auslaufen lassen. China hatte zuletzt Strafzölle auf Weine aus Europa geprüft.