China weist ausländische Korrespondentin aus
Baku, den 8. Mai (AZERTAG). Erstmals seit 14 Jahren weist China eine akkreditierte ausländische Journalistin aus - eine Al-Dschasira-Korrespondentin. Der arabische TV-Sender drehte eine Dokumentation über ein Arbeitslager.
China hat eine ausländische Journalistin ausgewiesen. Die langjährige Korrespondentin des arabischen Fernsehsenders Al-Dschasira, Melissa Chan, habe das Land bereits verlassen müssen, berichtete der Auslandskorrespondentenclub (FCCC) in Peking.
Hintergrund des harten Vorgehens gegen die englischsprachige Journalistin ist die chinesische Verärgerung über eine Dokumentation des TV-Senders über Arbeitslager in China, an der Chan allerdings nicht einmal beteiligt war.
Seit gut einem Jahr haben die chinesischen Behörden ihren Druck auf ausländische Journalisten spürbar erhöht. Zuletzt waren auch bei der Berichterstattung über den blinden chinesischen Bürgerrechtler Chen Guangcheng, der in die USA ausreisen will, wieder mehrere Korrespondenten und ein ZDF-Kameramann verwarnt und mit Ausweisung bedroht worden. Die letzten bekannten Fälle waren 1998 der China-Korrespondent des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ und ein japanischer Journalist.
Der Korrespondentenclub äußerte sich „empört“ über die Entscheidung. Wie es hieß, habe sich die chinesische Seite verärgert über eine außerhalb Chinas produzierte Dokumentation von Al-Dschasira über Zwangsarbeit in chinesischen Gefangenenlagern im November geäußert. Auch hätten die Behörden ihre Unzufriedenheit über die generelle redaktionelle Linie der englischen Berichterstattung des Senders aus China demonstriert.
Chan sind laut FCCC auch Verstöße gegen Vorschriften vorgeworfen worden, die aber nicht näher benannt worden seien. „Es ist der extremste Fall in dem jüngsten Muster, Journalistenvisas zu benutzen, um ausländische Korrespondenten in China zu zensieren und einzuschüchtern“, teilte der Korrespondentenclub mit.