Hacker schießen sich auf Apple-Geräte ein
Baku, den 5. Mai (AZERTAG). Jahrelang wähnten sich Apple-Nutzer bei Viren auf der sicheren Seite. Diese Zeiten sind vorbei. Hacker nehmen nun verstärkt Mac OS X ins Visier. Experten bemängeln ein fehlendes Sicherheitsbewusstsein.
Regelmäßig knallen im kalifornischen Cupertino die Sektkorken. Seit Jahren vermeldet Apple in jedem Quartal neue Rekordgewinne, verbunden mit steigenden Absatzzahlen und - daraus resultierend - höheren Marktanteilen.
Das gilt nicht nur für das iPhone und das iPad, sondern auch für die „klassische“ Apple-Hardware, also den Desktop-Rechner „iMac“ sowie die Notebook-Serien „MacBook“ und „MacBook Air“ und damit auch für das Betriebssystem „Mac OS X“.
Marktanalysten gehen davon aus, dass iPhone und iPad als „Einstiegsdroge“ in die Apple-Welt fungieren, da viele Käufer des Smartphones oder des Tablet-PCs vorher nie oder nur selten mit Apple in Berührung gekommen sind.
Folge: Die Zahl derjenigen, die nicht nur ein iPhone/iPad ihr Eigen nennen, sondern sich auch einen iMac und/oder ein Apple-Notebook zulegen, steigt kontinuierlich. Die Marktforscher von Gartner ermittelten für 2011 immerhin einen weltweiten Marktanteil von 4,5 Prozent und prognostizieren für 2012 eine Steigerung auf 5,2 Prozent.
Im Vergleich zum dominierenden „Windows“-Betriebssystem sind das zwar bescheidene Werte. Schaut man sich aber die Verkaufszahlen isoliert für die USA an, sieht das Ganze anders aus; hier erreichte Apple in 2011 einen Marktanteil von satten elf Prozent.
Mac OS X zunehmend Angriffsziel- Das zeigt, dass die Bedeutung von Apple nicht nur für den Gesamt-PC-Markt steigt, sondern parallel zunehmend für Leute interessant wird, die sich begierig auf Sicherheitslücken im Betriebssystem stürzen und Viren, Trojaner & Co. auf Systeme einschleusen.
Jahrelang saßen Apple-Nutzer tatsächlich auf der sicheren Seite, was die Virengefahr anging. Denn die waren so wenig verbreitet, dass Hacker sich für sie als Verteilungsmedium für Schädlinge schlichtweg nicht interessierten. Zwar gab es immer wieder kleinere Attacken, die aber bedeutungslos blieben.
Die Behauptung, Apple-Computer seien „ab Werk“ vor Viren geschützt, entpuppt sich jetzt aber mehr und mehr als das, was sie immer war. als Märchen. So fand sich vor Kurzem auf über 650.000 Apple-Rechnern eine Schadsoftware, die eine Lücke in Java ausnutzte, um sich ohne Interaktion mit dem Nutzer auf dem Mac zu installieren. Den Fehler, obwohl seit Februar bekannt, patchte Apple erst im Laufe des April.