Japans Autobauer drosseln Produktion in China
Peking, den 26. September (AZERTAG). Der Inselstreit mit China hat für japanische Unternehmen spürbare Auswirkungen: Toyota, Nissan und Suzuki fahren die Fertigung in dem Land drastisch zurück - auch weil wegen des Zerwürfnisses die Nachfrage nach ihren Autos dort stark nachgelassen hat.
Das Verhältnis zu China ist wegen des Streits um die Inselgruppe im Ostchinesischen Meer auf dem Tiefpunkt - nun haben Firmen aus Japan immer mehr mit den Folgen zu kämpfen. Japanische Autos etwa sind in China derzeit so unbeliebt, dass die Autobauer Toyota, Suzuki und Nissan ihre Produktion in dem Land wegen der eingeschränkten Nachfrage reduzieren. Daher wird die Produktion laut einem Toyota-Sprecher aus Tokio „angepasst“.
Konkreter bezifferte die japanische Zeitung „Asahi“ den Umfang der Drosselung bei Toyota . Demnach wolle der weltgrößte Autobauer den gesamten Monat Oktober über die Produktion in China aussetzen. Zudem sollten alle Exporte von Japan nach China gestoppt werden. Damit gerate auch Toyotas Ziel in Gefahr, in diesem Jahr in China eine Million Fahrzeuge absetzen zu wollen.
In den drei Werken, die Toyota in China betreibt, werden jährlich rund 800.000 Autos hergestellt. Zuletzt hatte es in einem Zeitungsbericht geheißen, in einigen der chinesischen Filialen sei Toyotas Absatz um 30 Prozent zurückgegangen.
Auch ein Sprecher von Nissan kündigte an, die Produktion in China vom 27. September bis zum 7. Oktober einzustellen. Als Gründe gab er die „aktuelle Marktsituation“ sowie die Ferien in China an. Ab dem 8. Oktober werde Nissan „flexibel“ auf weitere Marktentwicklungen reagieren. Nissan verfügt ebenfalls über drei Werke in China, in denen 2011 insgesamt fast 1,2 Millionen Fahrzeuge produziert wurden. Und Suzuki erklärte, in dieser Woche in China zum Einschicht-System zurückkehren zu wollen. Eigentlich fährt Suzuki dort zwei Schichten.
Bereits in der vergangenen Woche hatten Toyota, Nissan und Honda wegen der heftigen antijapanischen Proteste auf der Straße ihre Produktion in China ganz oder teilweise eingestellt. Die Wut der Demonstranten richtete sich auch gegen japanische Firmen; so wurde etwa ein Nissan-Autohaus in der Stadt Qingdao demoliert.