Krise zwingt Puma zu radikalem Konzernumbau
Baku, den 24.Oktober (AZERTAG). Das dritte Quartal war für den Sportartikelhersteller trotz Olympia unerwartet schwach. Nun will Puma 80 unrentable Geschäfte schließen und die Produktpalette drastisch reduzieren.
Wäre der Sportartikelhersteller Puma so erfolgreich wie seine Sportler, dann wäre Franz Kochs Welt eine heile. Als der 33-jährige Konzernchef die Bilanz des Unternehmens präsentiert, lobt er wie immer zunächst die Erfolge der Athleten, die Puma unterstützt. Der Sprinter Usain Bolt holte Gold bei Olympia 2012. Der Erstligist Borussia Dortmund wurde Deutscher Meister. Nur der Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach selbst bleibt hinter den eigenen Erwartungen zurück. „Wir sind nicht zufrieden mit der Umsatz- und Gewinnentwicklung“, sagt Koch.
China-Geschäft schwächelt-Während der Rivale Adidas weiterhin in ein Rekordjahr steuert, macht sich bei Puma die schwache Nachfrage in Europa sowie ein stockendes Geschäfts in China bemerkbar. Vor allen in Frankreich, Großbritannien und in Südeuropa verlief das Geschäft mau. Puma muss mit Rabatten die Schuhlager reduzieren, um Platz für die neue Frühjahrskollektion zu schaffen. Unterm Strich ging der Überschuss im dritten Quartal um mehr als 85 Prozent auf 12,2 Millionen Euro zurück - und das trotz eines um sechs Prozent auf 892 Prozent gestiegenen Umsatzes.
Der junge Unternehmenschef steht damit unter wachsendem Druck. Puma gehört zum französischen Luxusgüterkonzern PPR. Und der hat in den vergangenen Wochen bereits deutlich formuliert, dass er von der deutschen Tochter höhere Gewinnmargen sehen möchte. Der Druck dürfte zunehmen. Immerhin ist erst am Dienstag der PPR-Mann Jean-Francois Palus an die Spitze des Puma-Verwaltungsrats gerückt. Hier löst er Kochs Vorgänger Jochen Zeitz ab. Palus selbst hat bereits gefordert, dass Puma mehr Profit abwerfen müsse.