Sony mit größtem Verlust der Firmengeschichte
Baku, den 11. Mai (AZERTAG). Konkurrent Apple, der Tsunami und das einbrechende Fernsehergeschäft machen Sony zu schaffen. Die Jahresbilanz fällt katastrophal aus. Doch der Playstation-Hersteller hatte mit Schlimmerem gerechnet.
Der japanische Elektronikkonzern Sony hat den größten Verlust in seiner Unternehmensgeschichte geschrieben. Der Konzern schloss das vergangene Geschäftsjahr mit einem Rekord-Minus von 457 Milliarden Yen (4,4 Milliarden Euro) ab und schrieb damit im vierten Jahr in Folge rote Zahlen. Trotz der vor allem von Naturkatastrophen und starker Konkurrenz beeinflussten Bilanz stellte der Konzern ein Ende der Talfahrt in Aussicht.
Es hätte aber sogar noch schlimmer kommen können für den Elektronikhersteller. Ursprünglich hatte Sony mit einem Verlust von 520 Milliarden Yen gerechnet. Allein im Quartal von Januar bis März lag der Verlust den Angaben zufolge bei 225 Milliarden Yen. Es war der fünfte Quartalsverlust in Folge.
Sony hat vor allem im Geschäft mit Fernsehern zu kämpfen. Auf diesem Markt hat der Konzern durch den südkoreanischen Hersteller Samsung und andere asiatische Unternehmen starke Konkurrenz erhalten. In der Mobilfunk- und Computersparte griffen die Verbraucher zudem verstärkt zu Apple-Produkten.
Als weitere Ursache nannte Sony die Auswirkungen von Naturkatastrophen. Zahlreiche Fabriken waren durch das verheerende Erdbeben und den darauf folgenden Tsunami im März vergangenen Jahres im Nordosten Japans beschädigt worden. Das Hochwasser in Thailand, das im Herbst die Hauptstadt Bangkok lahmgelegt hatte, beeinträchtigte die Produktion demnach ebenfalls.
Der im vergangenen Monat ernannte neue Sony-Vorstandsvorsitzende Kazuo Hirai will den Konzern nun gründlich umbauen, um wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Der Konzern sagte für das bis März 2013 laufende Geschäftsjahr eine Rückkehr in die Gewinnzone voraus und visiert demnach einen Profit von 30 Milliarden Yen an.
„Dieses Jahr ist entscheidend für eine Erholung im Elektronikgeschäft“, sagte Sonys Finanzvorstand Masaru Kato. Vor allem in der Unterhaltungssparte rechnet Sony demnach mit Gewinnen dank Kinofilmproduktionen wie „Der unglaubliche Spider-Man“ und dem kommenden James-Bond-Streifen „Skyfall“.
Hirai hatte kurz nach seinem Amtsantritt angekündigt, 10.000 Arbeitsplätze zu streichen und die Belegschaft damit um sechs Prozent zu reduzieren. Experten blieben angesichts der Prognosen des Konzerns zurückhaltend, es sei abzuwarten, ob Hirai das Ruder bei Sony herumreißen könne.