Südkoreaner übernehmen Q-Cells
Baku 27. August (AZERTAG). Der Deal ist perfekt. Der südkoreanische Konzern Hanwha kauft den deutschen Solarzellenhersteller Q-Cells für 250 Millionen Euro. Ob die mehr als 1000 Arbeitsplätze am Stammsitz in Bitterfeld erhalten werden, ist noch nicht klar.
Der Niedergang der deutschen Solarindustrie lässt sich in zwei Zahlen ausdrücken. Einst war Q-Cells acht Milliarden Euro wert - nun wechselt der deutsche Solarpionier für gerade mal 250 Millionen Euro den Besitzer.
Der südkoreanische Mischkonzern Hanwha besiegelte am Sonntag seine Übernahme von Q-Cells. Die Kosten setzen sich aus einem Bar-Kaufpreis von etwa 55 Milliarden Won (38,7 Millionen Euro) und der Übernahme von Schulden in Höhe von rund 300 Milliarden Won zusammen, teilte ein Hanwha-Sprecher am Montag mit. Die Höhe der Transaktionskosten könne sich bis zum endgültigen Abschluss des Geschäfts noch ändern.
Der Kaufvertrag steht nach Angaben von Q-Cells unter der Bedingung, dass die Gläubigerversammlung am 29. August der Veräußerung zustimmt. Der strategische Investor beabsichtige, den weitaus größten Teil der gesamten Q-Cells-Gruppe zu übernehmen, hieß es. Beim Hanwha-Konzern musste noch der Verwaltungsrat die Übernahme des deutschen Solarherstellers durch die Chemietochter Hanwha Chemicals billigen.
Q-Cells hatte Anfang April Insolvenz angemeldet. Zuletzt beschäftigte der einst weltgrößte Solarhersteller rund um den Globus 2200 Mitarbeiter, unter ihnen 1300 am deutschen Stammsitz in Bitterfeld-Wolfen und 500 in Malaysia.
Hanwha ist der zehntgrößte südkoreanische Industriekonzern. Er könnte im „SolarValley“ im Süden von Sachsen-Anhalt sein zentrales Solar-Forschungszentrum aufbauen. Die deutsche Solarbranche ist in den vergangenen Monaten immer stärker unter Druck geraten. Als Auslöser einer ganzen Serie von Pleiten gilt die harte Konkurrenz aus China, wo Hersteller staatlich gestützt werden.