Südkoreanischer Gigant schluckt Solarfirma Q-Cells
Baku 29. August (AZERTAG). Bis zur Pleite war Q-Cells ein Star der heimischen Solarbranche. Nun fällt die Firma an die Hanwha-Gruppe aus Südkorea - ein unbekannter Riese mit dem Umsatz eines mittelgroßen Dax-Konzerns.
Das insolvente Solarunternehmen Q-Cells wird vom südkoreanischen Mischkonzern Hanwha übernommen und ist damit vorerst gerettet. Die Gläubigerversammlung stimmte dem Verkauf am Mittwoch mit großer Mehrheit zu, wie ein Sprecher des Insolvenzverwalters in Dessau-Roßlau mitteilte.
1250 der weltweit 1550 verbliebenen Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben, davon etwa 750 am Stammsitz in Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt und rund 500 in Malaysia. Hanwha ist der zehntgrößte südkoreanische Industriekonzern.
Hanwha gehört zu Südkoreas größten Konzernen-Er könnte im „SolarValley“ im Süden von Sachsen-Anhalt sein zentrales Solar-Forschungszentrum aufbauen. Der Konzern macht einen Umsatz von rund 27 Milliarden US-Dollar und gehört damit zu jenen staatlich erwünschten Riesenkonzernen, die Südkoreas Wirtschaft prägen. Neben dem Solargeschäft ist Hanwha auch in den Branchen Versicherung, Bau und Telekommunikation vertreten.
Das Solargeschäft ist in der an der Nasdaq notierten Hanwha SolarOne mit Sitz in Shanghai gebündelt. Beim Solarmodulbau arbeiten die Südkoreaner bereits seit Jahren mit Q-Cells zusammen.
Hoffnungszeichen für Solarbranche-Nach einer ganzen Reihe von Hiobsbotschaften mit Insolvenzen und Schließungen in der schwer gebeutelten deutschen Solarbranche dürfte die erfolgreiche Übernahme des früheren Börsenstars auch als Zeichen der Hoffnung interpretiert werden.
Q-Cells hatte im April Insolvenz angemeldet. Mit Hanwha war bereits am Sonntag ein Kaufvertrag unterzeichnet worden. Darüber mussten noch die Gläubiger befinden. Die Koreaner hatten angekündigt, 250 Millionen Euro in Q-Cells investieren zu wollen und in Bitterfeld-Wolfen ihre Solarforschung zu etablieren.