Telefonat zwischen Scholz und Putin
Baku, 15. November, AZERTAC
Bundeskanzler Olaf Scholz und der russische Machthaber Wladimir Putin haben am Nachmittag miteinander telefoniert. Das bestätigt Regierungssprecher Steffen Hebestreit.
Das Gespräch zwischen dem Kanzler und dem russischen Präsidenten dauerte eine Stunde. Es war die erste Kommunikation zwischen den beiden Politikern seit fast zwei Jahren.
Der Bundeskanzler verurteilte demnach den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und forderte Putin auf, diesen zu beenden und die Truppen zurückzuziehen. Scholz habe zudem auf eine Verhandlungslösung gedrängt, um einen gerechten und dauerhaften Frieden zu erreichen. Deutschland sei aber entschlossen, die Ukraine in ihrem Abwehrkampf gegen die russische Aggression so lange wie nötig zu unterstützen.
Aus Regierungskreisen heißt es, insbesondere habe der Bundeskanzler die russischen Luftangriffe gegen zivile Infrastruktur in der Ukraine verurteilt. Er habe darauf hingewiesen, dass mit der Entsendung nordkoreanischer Soldaten nach Russland für Kampfeinsätze gegen die Ukraine eine gravierende Eskalation und Ausweitung des Konflikts verbunden sei.
Im Vorfeld hatte Bundeskanzler Scholz offenbar mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj telefoniert. Nach dem Putin-Telefonat wollte Scholz erneut mit dem ukrainischen Präsidenten sprechen. Am Freitagnachmittag berichtete Scholz europäischen Partnern von seinem Austausch mit Putin, wie AZERTAC unter Berufung auf Spiegel berichtete.
Das Kanzleramt war seit Wochen mit der Vorbereitung des Putin-Telefonats befasst. Es stimmte sich dabei eng mit der amerikanischen, der britischen, der französischen Regierung und den anderen G7-Partnern ab. Vereinbart war, dass das Telefonat zwischen Scholz und Putin erst nach der US-Wahl stattfinden sollte – aber vor dem G20-Gipfel in Brasilien, zu dem Scholz am Sonntag aufbricht. Dort soll Russland von Außenminister Sergej Lawrow vertreten werden. Der ukrainische Präsident Selenskyj ist nicht eingeladen.