Türkischer Analyst: Aserbaidschan ist treibende Kraft im Südkaukasus
Baku, 7. Mai, AZERTAC
Der türkische politische Kommentator Osman Kepenek sieht Aserbaidschan nach dem Garabagh-Krieg als wichtigste gestaltende Kraft im Südkaukasus. Das Land habe nach dem Sieg von 2020 neue geopolitische Realitäten geschaffen und treibe insbesondere Verkehrs- und Energieprojekte strategisch voran, sagte Kepenek im Gespräch mit AZERTAC.
Der sogenannte Mittlere Korridor zwischen dem Kaspischen Meer und dem Schwarzen Meer sei nicht nur eine Handelsroute, sondern auch eine geopolitische Verbindung zwischen der Türkei und der türkischen Welt. Nach Ansicht Kepeneks unterstützt auch die Europäische Union entsprechende Projekte, insbesondere vor dem Hintergrund der Bemühungen um eine Diversifizierung der Energieversorgung infolge des russisch-ukarinischen Krieges.
Zugleich forderte der Analyst Armenien auf, sich mit den neuen regionalen Gegebenheiten zu arrangieren und konkrete Schritte zur Normalisierung mit der Türkei und Aserbaidschan zu unternehmen. Eine Öffnung der türkisch-armenischen Grenze könne ohne Zustimmung Bakus nicht erfolgen, betonte er.
Die strategische Partnerschaft zwischen der Türkei und Aserbaidschan spiele eine entscheidende Rolle für die Stabilität in der Region, sagte Kepenek weiter. Grundlage dafür sei unter anderem die Schuscha-Erklärung, die die Zusammenarbeit in Bereichen wie Verteidigung, Energie, Verkehr und Wirtschaft vertieft habe.