Warum Apple nicht in den Dow Jones Index darf
Baku, den 2. Mai (AZERTAG). Der Dow Jones ist der Leitindex der amerikanischen Wirtschaft. Und dennoch sind Apple und Google nicht in diesem Index gelistet. Eine Aufnahme dieser Firmen würde den Dow sprengen.
Der Dow Jones Industrial Average braucht eine gründliche Veränderung - sie ist überfällig. Seit 2009 hat sich an der Zusammensetzung des berühmtesten Aktienindex der Welt nichts geändert.
In dieser Zeit ist Apple zum wertvollsten Unternehmen der Welt aufgestiegen, mit einer Börsenkapitalisierung von rund 570 Milliarden Dollar. Apple ist nicht enthalten. Ebenso seltsam ist das Fehlen des Online-Giganten Google in der elitären Liste. Beide Unternehmen verkörpern die massiven Veränderungen in der US-Wirtschaftswelt. Dow-Mitglieder wie Hewlett-Packard oder Alcoa können das nicht von sich behaupten.
Zugegeben, die Methode, nach der der Dow berechnet wird, würde an ihre Grenzen stoßen, wenn Apple oder Google - oder irgendeine andere Aktie mit hohem Kurs - in den Index aufgenommen werden sollte. Anders als Indizes wie der S&P 500, die ihre Mitglieder nach der Börsenkapitalisierung gewichten, richtet sich das Gewicht der 30 Aktien im Dow nach ihrem absoluten Kurswert.
Beim aktuellen Kurs von rund 605 Dollar würden Apple-Aktien den Index mit einem Gewicht von 26 Prozent regelrecht erdrücken. Apple würde den Index doppelt so stark beeinflussen wie aktuell International Business Machines (IBM) mit einem Indexanteil von 12 Prozent.
Und schaut man auf die oft sehr starken Tagesausschläge, würde allein Apple den Dow regelmäßig um 100 Punkte und mehr bewegen. Der Kurssprung um neun Prozent nach den überragenden Zahlen für das erste Quartal etwa hätte den Dow Jones um 300 Punkte nach oben getrieben.
Was Google angeht, laufen bereits Planungen für einen Aktiensplit, bei dem der Kurswert um die Hälfte fallen würde. Doch auch bei rund 300 Dollar käme das Unternehmen auf ein Gewicht von 15 Prozent im Dow.
Die Lösung für einen funktionierenden Dow unter Einschluss von Google und Apple könnte darin bestehen, die Berechnungsmethode für den Index zu ändern und das Gewicht für jede Aktie bei einem fixen Prozentsatz zu begrenzen, beispielsweise bei zehn Prozent.
Andere potenzielle Dow-Kandidaten sind Berkshire Hathaway und Wells Fargo . Ihre Aufnahme wäre schon unter den jetzigen Indexbedingungen kein Problem. Die B-Aktien von Berkshire kosten zurzeit rund 80 Dollar, Wells-Fargo Papiere wurden zuletzt für 34 Dollar gehandelt.