Warum Staatshilfen Peugeots Probleme verschärfen würden
Baku, den 9. Februar (AZERTAG). Absatzkrise, hohe Produktionskosten, Abschreibungen in Milliardenhöhe. Der französische Autobauer PSA Peugeot Citroën steuert auf den höchsten Verlust seiner Unternehmensgeschichte zu. Schon kursieren Spekulationen um eine Staatsbeteiligung - doch das würde die Probleme noch verschärfen.
Das Dementi kam prompt - und klang doch wie eine Bestätigung der Gerüchte, die sich derzeit um PSA Peugeot Citroën ranken. Eine Beteiligung stehe nicht auf der Tagesordnung, sagte der französische Ministerpräsident Jean-Marc Ayrault am Freitag. Der Autohersteller habe nicht darum gebeten.
Doch an den Börsenkursen konnte man ablesen, dass die Finanzmärkte eher Ayraults Kabinettskollegen Jérôme Cahuzac glauben. Der für den Haushalt zuständige Staatssekretär hatte am Abend zuvor in einem Interview mit dem privaten Fernsehsender BFM die Bedeutung des Konzerns für die französische Wirtschaft unterstrichen. „Dieses Unternehmen darf und kann nicht verschwinden“, sagte Cahuzac. Man müsse alles Notwendige tun, damit Peugeot überlebe. Wenn nötig, auch durch Anteilskäufe, die der staatliche Investmentfonds FSI tätigen könnte. Peugeot-Papiere verzeichneten daraufhin zeitweise einen Wertzuwachs von rund fünf Prozent.
Dabei gibt es eigentlich keinen anderen Grund als die explizite Absicherung durch den Staat, warum Anleger sich für eine Beteiligung an PSA interessieren sollten. Bereits in den vergangenen zwölf Monaten haben die PSA-Aktien knapp 60 Prozent ihres Wertes verloren. Sie werden mittlerweile nicht einmal mehr im französischen Leitindex CAC 40 geführt.
Und es wird nicht besser: Am Donnerstagabend hatte der Autobauer in einer Adhoc-Mitteilung die Abschreibung der gigantischen Summe von rund 4,7 Milliarden Euro bekanntgeben müssen. Der größte Teil davon entfällt mit knapp vier Milliarden Euro auf die notleidende Autosparte. Ein Sprecher betonte zwar, dass die Belastungen keinerlei Einfluss auf die Stabilität und Zahlungsfähigkeit des Unternehmens hätten. Doch mit der Abschreibung erhöht sich der absehbare Verlust für das vergangene Jahr auf fast sechs Milliarden Euro - das wäre der höchste Verlust in der Firmengeschichte.