Airbus wildert mit neuem Werk in Boeing-Revier
Baku, den 9. April (AZERTAG). Der europäische Flugzeugbauer Airbus greift seinen US-Rivalen mit dem Bau eines Werks in dessen Heimat an. Er will Boeing so die Vorherrschaft in der Heimat, den USA, streitig machen.
Der europäische Flugzeugbauer Airbus erhöht den Druck auf seinen amerikanischen Erzrivalen Boeing und greift ihn mit dem Bau eines eigenen Werk in den USA direkt auf seinem Heimatmarkt an. EADS-Chef Tom Enders und Airbus-Chef Fabrice Brégier legten Montag in Mobile im US-Bundesstaat Alabama den Grundstein für eine Endmontagelinie für das Mittelstreckenflugzeug A320. Die Produktion in dem amerikanischen Werk, das nach Vorbild der A320-Endmontage in Hamburg gebaut wird, soll 2015 beginnen, die erste Maschine „made in USA“ soll 2016 ausgeliefert werden.
„Der Bau einer Montagelinie in Mobile ist für Airbus ein wirklich wegweisender Schritt“, sagte Airbus-Chef Brégier. Denn die EADS-Tochter hofft, mit Hilfe des neuen Werks den Durchbruch in den USA zu schaffen, dem weltweit mit Abstand wichtigsten Markt für Flugzeuge. Der wird bisher von Boeing dominiert, während der europäische Flugzeugbauer dort gerade mal auf einen Marktanteil von 17 bis 20 Prozent kommt.
„Das Marktpotenzial ist groß“, sagt Ulrich Weber, der Leiter der Airbus-Endmontage USA. So schätzt Airbus dort allein den Bedarf an Mittelstreckenflugzeugen mit einem Gang wie dem A320 und seinem Boeing-Konkurrenzmodell B737 in den kommenden 20 Jahren auf rund 5000 Exemplare. Diese Maschinen sind das Brot-und-Butter-Geschäft der beiden Flugzeugbauer. Den lukrativen amerikanischen Markt will Airbus seinem US-Rivalen deshalb künftig nicht mehr kampflos überlassen.
Die Endmontage vor Ort soll nun als Verkaufsargument helfen, um neue Aufträge von US-Airlines zu ergattern. Viele von ihnen besitzen eine veraltete Flotte, die in den nächsten Jahren ersetzt werden muss. „Wir wollen mit dem Werk dicht an die Kunden herankommen“, sagt Airbus-Manager Weber. Der Flugzeugbauer investiert dafür rund 600 Millionen Dollar (461 Millionen Euro). Dazu sollen dem Vernehmen nach Subventionen in Höhe von 158 Millionen Euro kommen.