Asien steigt zum reichsten Kontinent auf
Baku, den 31. Mai (AZERTAG). Die Gewichte der Weltwirtschaft verschieben sich. Laut einer Studie werden die Bewohner Asiens in wenigen Jahren mehr Reichtum angehäuft haben als alle anderen. Auch die Europäer werden reicher - im Vergleich mit anderen Weltregionen fällt der Kontinent aber zurück.
In Asien wird es in fünf Jahren so viel Reichtum geben wie nirgendwo sonst auf der Welt. Das ergab eine am Donnerstag veröffentlichte Untersuchung der Beratungsfirma Boston Consulting Group. Die Privatvermögen der Region Asien-Pazifik ohne Japan dürften bis 2017 auf 48,1 Billionen Dollar klettern und damit das Niveau in Nordamerika übertreffen.
In China und Indien werden alle Menschen zusammengenommen 2017 mehr als doppelt so viel auf der hohen Kante haben wie 2012. Das liegt zwar auch daran, dass sich der Reichtum auf mehr Köpfe verteilt. Angetrieben wird die Entwicklung aber vom starken Wirtschaftswachstum und den steigenden Sparquoten in diesen Ländern.
Mit dem Vermögenssprung von mehr als 20 Billionen Dollar dürfte die vielbevölkerte Region in den fünf Jahren mehr Reichtum schaffen als der Rest der Welt zusammengenommen, konstatierten die Autoren. Darauf haben sich auch zahlreiche große europäische und amerikanische Banken eingestellt, die in den vergangenen Jahren Standorte wie Singapur und Hongkong massiv ausgebaut haben.
Auch in Europa wachsen die Vermögen - Der Aufstieg Asiens zeigte sich bereits im vergangenen Jahr. 2012 kam der Kontinent mit 13,8 Prozent auf die höchste Wachstumsrate. Weltweit nahmen die Anlagen in Barmitteln, Bankkonten und Wertschriften dank der Erholung der Aktienmärkte um 7,8 Prozent auf 135,5 Billionen Dollar zu. Selbst im von der Schuldenkrise geplagten Europa wuchs das Privatvermögen um 5,2 Prozent auf 35,8 Billionen Dollar.
Die Zahl der Millionäre stieg weltweit um zehn Prozent. Am meisten Haushalte mit einem Vermögen von mindestens einer Million Dollar gibt es in den USA, vier Mal so viele wie im zweitplatzierten Japan. Auch die Schweiz sticht heraus. Das kleine Alpenland belegt den fünften Rang. Deutschland, das rund zehn Mal mehr Einwohner zählt, liegt nur auf Platz sieben. Fast zwei Drittel der Vermögen in der Schweiz stammen aber nicht von Einwohnern, sondern von Ausländern, die ihr Geld auf Schweizer Banken gebunkert haben.