Blackberry-Hersteller kämpft gegen den Abstieg
Baku, den 30. Mai (AZERTAG). Der angeschlagene Blackberry-Hersteller RIM kommt nicht auf die Beine. Nach der Warnung vor einem erneuten Quartalsverlust stürzte die Aktie ab. Mit neuen Beratern sucht das Unternehmen jetzt nach einer Strategie, um gegen Apples iPhone und Android-Smartphones zu bestehen.
Ein Satz des es Deutschland stammenden Konzernchefs Thorsten Heins reichte aus, die Aktie von Research in Motion (RIM) abstürzen zu lassen: „Unsere finanzielle Lage wird auch in den kommenden Quartalen herausfordernd bleiben“, sagte Heins am Dienstag. Die Warnung vor einem weiteren Quartalsverlust ließ die Aktie um acht Prozent einbrechen - nachdem sie in den vergangenen zwölf Monaten schon rund 80 Prozent an Wert verloren hatte.
Der Blackberry-Hersteller leidet immer stärker unter dem Siegeszug von Apples iPhone und den Android-Smartphones. Früher waren die multifunktionalen Blackberry-Handys geradezu eine Goldgrube - jetzt kämpft RIM mit Verlusten. Die Gründe sind rückläufige Verkäufe und der Preisdruck, der auf den Blackberrys lastet. Selbst viele frühere Stammkunden aus der Unternehmenswelt, die einst große Stücke auf Blackberrys E-Mail-Dienst hielten, greifen mittlerweile lieber zu einem Smartphone der Konkurrenz.
RIM versucht die Probleme mit einem Sparprogramm einzudämmen, auch Stellen würden wegfallen, sagte Konzernchef Heins, ohne allerdings eine Zahl zu nennen. In einem Medienbericht war jüngst von 2000 gefährdeten Jobs die Rede. Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen daran, sein neues Betriebssystem Blackberry 10 auf den Markt zu bringen. Eine Vorabversion wurde auf der RIM-Entwicklermesse Anfang des Monats gezeigt. Von dem neuen Betriebssystem verspricht sich das Unternehmen, verlorenen Boden gutzumachen, allerdings soll Blackberry 10 erst Ende des Jahres erscheinen.
Angesichts der schwierigen Lage hat sich RIM die Hilfe von JPMorgan Chase und der Royal Bank of Canada geholt, auch das gab das Unternehmen am Dienstag bekannt. Die Banker sollen dabei helfen, RIM wieder in die Spur zu bringen - möglicherweise auch durch Kooperationen. Selbst über einen Verkauf war zuletzt immer wieder spekuliert worden. Dabei fiel an der Börse auch der Name von Facebook als möglicher Käufer. Medienberichten zufolge arbeitet das Soziale Netzwerk gerade an einem eigenen Smartphone.