China dämpft die Wachstumserwartungen
Baku, den 5. März (AZERTAG).- und zeigte sich ungewohnt selbstkritisch.
Andere Länder träumen von solchen Zuwachsraten, doch für China ist es ein Dämpfer. Die Regierung der Volksrepublik hat die niedrigste Wachstumserwartung seit acht Jahren ausgegeben. Die Wirtschaft werde 2012 um 7,5 Prozent zulegen, sagte Ministerpräsident Wen Jiabao am Montag zum Auftakt der Tagung des Volkskongresses. Im vergangenen Jahr war die zweitgrößte Volkswirtschaft der Erde noch um 9,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gewachsen.
China ist wie kaum ein anderes Land auf hohes Wachstum angewiesen, um breite Bevölkerungsschichten am wachsenden Wohlstand teilhaben zu lassen und soziale Unruhen zu vermeiden. Schon Zuwachsraten von weniger als acht Prozent gelten als problematisch.
Vor allem die europäische Schuldenkrise und die damit einhergehende Wirtschaftsflaute dürften Chinas Exportwirtschaft im laufenden Jahr schwer treffen. Europa ist der größte Markt für die Volksrepublik. Das Wachstum im chinesischen Außenhandel werde sich auf zehn Prozent halbieren, sagte Wen Jiabao. Um sich gegen finanzielle Risiken zu schützen, werde seine Regierung in der Geldpolitik eine „vorsichtige, aber flexible Haltung“ einnehmen.
Zugleich gab sich der Ministerpräsident mit Blick auf den bisherigen Wirtschaftskurs seines Landes ungewohnt selbstkritisch. Das rasante, meist zweistellige wirtschaftliche Wachstum sei „unausgewogen, unkoordiniert und nicht aufrechtzuerhalten“, sagte er. Die Qualität des Wachstums müsse verbessert und Entwicklungsmechanismen und Wirtschaftsstrukturen transformiert werden. Die Entwicklung müsse „stärker nachhaltig und effizienter“ werden, sagte Wen Jiabao. Auch den Preisauftrieb will er besser in den Griff bekommen. Die Regierung strebe eine Inflationsrate von vier Prozent an, kündigte er an. Im vergangenen Jahr lag sie bei 5,4 Prozent.