Chinas Exporte nach Europa brechen ein
Baku, den 10. April (AZERTAG). Die Krise in Europa macht den chinesischen Exporteuren zu schaffen. Im März wuchsen die Ausfuhren des Landes überraschend nur noch langsam. Die Verkäufe in die EU gingen sogar deutlich zurück. Grund zur Hoffnung geben dagegen Chinas Importe. Sie legten kräftig zu.
Chinas Exportwachstum hat sich im März mehr als halbiert. Die Ausfuhren legten nur noch um zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu, teilte die Zollbehörde am Mittwoch in Peking mit. Im Januar und Februar waren die Exporte noch um jeweils mehr als 20 Prozent gestiegen.
Dem Exportweltmeister macht vor allem die Schuldenkrise in Europa zu schaffen. Die Ausfuhren in Länder der EU sanken im Jahresvergleich um 14 Prozent. Auch die Nachfrage aus Japan und den USA ging zurück. „Dem Welthandel fehlt es an jeglichem Schwung“, interpretierten die Volkswirte von der VP Bank aus Liechtenstein die Daten. Auch die deutschen Exporte waren zuletzt überraschend schwach ausgefallen.
Dagegen legten die Importe nach China deutlich zu. Sie erhöhten sich um 14,1 Prozent. Das gilt als Signal für eine kräftigere Binnennachfrage. Die Handelsbilanz - die Differenz zwischen Aus- und Einfuhren - wies dadurch ein Defizit von 884 Millionen Dollar auf. Noch im Februar hatte es einen Überschuss von 15,4 Milliarden Dollar gegeben. „Wenn die Binnennachfrage stärker ausfällt als erwartet, so ist das definitiv positiv für den Konjunkturausblick“, sagte Ökonom Haibin Zhu von JP Morgan in Hongkong.
Ein wirtschaftlicher Aufschwung ist in China nötig. 2012 war die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt mit 7,8 Prozent so langsam gewachsen wie seit 1999 nicht mehr. Für das erste Quartal sagen Ökonomen ein Plus von mehr als acht Prozent voraus.
Erst kürzlich hatte Chinas neuer Präsident Xi Jinping seine Landsleute gewarnt, man werde das ultraschnelle Wachstum nicht beibehalten können. Es seien deshalb grundlegende Reformen notwendig.