Deutscher Forscher: Belgischer Kolonialismus prägte Territorium und Identitätsverständnis in Ruanda
Baku, 31. Oktober, AZERTAC
„Der belgische Kolonialismus prägte nicht nur das Territorium, sondern auch das Verständnis von Identität in Ruanda“, erklärte Abbas Ismail, deutscher Forscher und Doktorand am Zentrum für Internationale Studien der Universität Lissabon, bei der Podiumsdiskussion zum Thema „Anerkennung und Verantwortung: Symbolische Gesten und Garantien“, die im Rahmen der internationalen Konferenz über den belgischen Kolonialismus in Baku stattfand.
Er betonte, dass der belgische Kolonialismus nicht nur die Verwaltung des Territoriums übernommen habe, sondern auch maßgeblich zur Formung der heutigen gesellschaftlichen
„Vor der Kolonialzeit waren die Gruppen der Hutu, Tutsi und Twa keine starren ethnischen Einheiten – der Status einer Person konnte sich je nach sozialer und wirtschaftlicher Stellung verändern. So konnte etwa ein wohlhabender Hutu als Tutsi gelten, während ein verarmter Tutsi als Hutu betrachtet wurde
Die Belgier hingegen hätten die Tutsis als eine überlegene „Rasse“ dargestellt und behauptet, sie seien den Europäern sowohl physisch als auch sozial näher. Dies habe die Grundlage für kolonialen Rassismus und Diskriminierung gebildet“, so Abbas Ismail.