Erstes offizielles Schwimmen seit 1927 – Hunderte Menschen wagen sich in Chicago River
Baku, 22. September, AZERTAC
Die US-Stadt Chicago hat einen Erfolg im Umweltschutz gefeiert. Organisiert von der Initiative “A Long Swim” gingen Hunderte Menschen im Chicago River schwimmen, wie die “New York Times” und der “Guardian” berichten. Was banal klingt, sei das Ergebnis jahrelanger harter Arbeit und das erste offizielle Schwimmen im Fluss seit 1927. Denn der Chicago River galt als stark verschmutzt, als Teil der Abwasserkanäle der Stadt.
“Dieses Baden steht für all die Arbeit, die wir in den vergangenen 50 Jahren geleistet haben, um unsere Flüsse zu verbessern”, sagte Margaret Frisbie, eine der Mitwirkenden, dem “Guardian”. “Es zeigt, dass wir das Schicksal unserer Natur verändern und etwas Gutes tun können.”
Chicago River war Müllhalde der Stadt - Der Chicago River war einst ein Symbol ökologischer Verwüstung: Abwasser wurde direkt in den Fluss gepumpt, Schlachthäuser entluden Kadaver in den Fluss. Bereits im Jahr 1900 ergriff die Stadt die außergewöhnliche Maßnahme, die Fließrichtung des Chicago Rivers mithilfe von Kanälen und Schleusen umzukehren. Denn das Wasser aus dem Fluss drohte, die Trinkwasserquelle Lake Michigan zu verseuchen.
2004 entleerte der Fahrer eines Reisebusses den Abwassertank von einer Brücke aus in den Fluss – direkt über einem Boot voller architekturinteressierter Passagiere, wie AZERTAC unter Berufung auf Spiegel berichtete.
Den Berichten zufolge hat die Stadt seitdem jedoch mehrere Jahrzehnte Arbeit in die Erneuerung und Reinigung des Flusses gesteckt. Und mit dem sauberen Wasser kehrten einige Fischarten, Biber und sogar Schnappschildkröten zurück. Während vor einigen Jahrzehnten Wohngebäude zur Flussseite hin keine Fenster hatten, gibt es nun eine Uferpromenade. “Die Menschen wollen am Fluss arbeiten und leben”, sagte Frisbie dem “Guardian”.
Die Regierung unter US-Präsident Donald Trump hat in den vergangenen Monaten jedoch einige Gesetze zum Umweltschutz wieder aufgehoben und den Zugang zu Fördergeldern erschwert.