Facebook verteuert Aktien vor Börsengang deutlich
Baku, den 15. Mai (AZERTAG). Der Börsengang von Facebook wird für Anleger offenbar teurer als zunächst angekündigt. Mehrere Nachrichtenagenturen berichten, das Unternehmen habe den Höchstpreis für seine Aktien auf 38 Dollar erhöht. Das soziale Netzwerk könnte nun einen Börsenwert von bis zu 104 Milliarden Dollar erreichen.
Nun knackt Facebook offenbar doch noch die Marke von 100 Milliarden Dollar. Wie mehrere Nachrichtenagenturen und Zeitungen berichten, hat das Unternehmen die Preisspanne für den Ende der Woche erwarteten Börsengang angehoben. Statt 28 bis 35 Dollar pro Aktie sollen die Anleger nun 34 bis 38 Dollar pro Anteilsschein zahlen. Grund sei die hohe Nachfrage nach den Aktien.
Damit wäre der Internetkonzern zwischen 93 und 104 Milliarden Dollar wert - mehr als die beiden Computergiganten Hewlett-Packard und Dell zusammen. Ein Facebook-Sprecher wollte sich auf Anfrage nicht zu den Berichten äußern.
Investoren reißen sich um die Papiere des weltgrößten sozialen Netzwerks mit mehr als 900 Millionen aktiven Nutzern. Der Börsengang sei bereits überzeichnet, sagte eine mit der Sache vertraute Person, die Nachfrage nach Aktien übersteige also das Angebot. Deswegen würden die Banken, die den Börsengang begleiten, ihre Bücher bereits am Dienstag schließen und keine neuen Kaufaufträge mehr annehmen - zwei Tage früher als ursprünglich geplant.
Trotz des Rummels um Facebook gibt es weiterhin Zweifel daran, ob das Unternehmen so viel Geld Wert ist. Im vergangenen Jahr machte Facebook gerade einmal 3,7 Milliarden Dollar Umsatz und eine Milliarde Dollar Gewinn. Zum Vergleich: Der deutsche Autobauer Daimler wird an der Börse mit rund 52 Milliarden Dollar etwa halb so teuer bewertet wie Facebook. Dabei machte das Unternehmen 2011 umgerechnet rund 170 Milliarden Dollar Umsatz - rund 46-mal so viel wie Facebook.
Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte vergangene Woche berichtet, gerade professionelle Anleger würden sich deshalb beim Börsengang zurückhalten. Die Nachfrage komme vor allem von privaten Kleinanlegern.
Kurz zuvor hatte Facebook eine Schwäche seines bisherigen Geschäftsmodells eingeräumt: Die vielen Nutzer, die von Smartphones und Tablet-Computern auf das weltgrößte Online-Netzwerk zugreifen, bringen vergleichsweise wenig Umsatz. Dabei nutzen inzwischen 488 Millionen der insgesamt 901 Millionen Mitglieder Facebook von mobilen Geräten aus.