Japans Autobauer hängen deutsche Konkurrenz ab
Baku, den 4. Juni (AZERTAG). Die japanische Autoindustrie hat sich von der Erdbebenkatastrophe im März 2011 erholt. Inzwischen sind die Unternehmen der Branche profitabler als ihre deutschen Rivalen. Toyota konnte Volkswagen im ersten Quartal dieses Jahr vom Spitzenplatz beim Umsatz verdrängen.
Zwei Jahre nach der Erdbebenkatastrophe sind die japanischen Autobauer wieder hochprofitabel. Sie konnten die Marge im operativen Geschäft im ersten Quartal dieses Jahres um 2,7 Prozentpunkte auf 6,9 Prozent hochschrauben. Die deutschen Hersteller fielen eine Analyse der Unternehmensberatung Ernst & Young zufolge hingegen um gut zwei Punkte auf 5,9 Prozent zurück.
Eine besondere Genugtuung für Toyota dürfte dabei sein, Volkswagen beim Umsatz wieder auf den zweiten Platz verdrängt zu haben. 48,4 Milliarden Euro setzte der japanische Branchenprimus von Januar bis März um, zwei Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Volkswagen musste einen Rückgang von zwei Prozent auf 46,6 Milliarden Euro hinnehmen.
Wegen der Rezession in der Euro-Zone sind die deutschen Autobauer in einer schwierigen Lage. Ihr Gesamtumsatz sank der Analyse zufolge im ersten Quartal um drei Prozent auf gut 90 Milliarden Euro. Im gleichen Zeitraum steigerten sich die Erlöse der Japaner demnach um sechs Prozent auf 111 Milliarden Euro. Die US-Konkurrenz mit der Opel-Mutter General Motors an der Spitze kam auf 68 Milliarden Euro, ein Plus von zwei Prozent.
BMW hochprofitabel, Daimler nicht - Der Erfolg der Japaner beruht laut der Analyse vor allem auf dem schwachen Yen, durch den der Export angekurbelt wird, weil japanische Produkte im Ausland günstiger werden. Die japanischen Unternehmen hätten zudem ihre Effizienz erheblich gesteigert. Ihnen kommt auch zugute, dass sie in Europa weniger vertreten sind, wo derzeit kaum neue Autos verkauft werden. In den USA dagegen, wo die Pkw-Nachfrage gut läuft, sind Toyota, Nissan und andere japanische Marken stärker vertreten als die deutschen Konkurrenten. Die spielen dort eher eine Nischenrolle.
Noch profitabler als die Japaner waren allerdings koreanische Hersteller. Sie erreichten von Januar bis März eine operative Marge von 7,9 Prozent. Die US-Hersteller lagen mit 3,7 Prozent Rendite abgeschlagen zurück.
Profitabelste Automarke weltweit blieb jedoch eine deutsche: BMW erwirtschaftete 11,6 Prozent Marge, gefolgt von Hyundai mit 8,7 Prozent und Toyota mit 8,6 Prozent. Volkswagen landete mit 5,0 Prozent im Mittelfeld - lag aber deutlich vor Daimler. Beim Stuttgarter Konzern blieben von 100 Euro Umsatz lediglich 3,50 Euro operativer Gewinn übrig.