Kaffee, die gesunde Sünde
Baku, den 18. Mai (AZERTAG). Noch ein Tässchen für ein langes Leben? Einer großen US-Studie zufolge wirkt Kaffee positiv auf die Gesundheit. Trotzdem leben typische Kaffeetrinker im Schnitt kürzer - weil sie andere ungesunde Gewohnheiten haben.
In einem Punkt sind sich die Forscher sicher: Am Koffein kann es nicht liegen. Denn ihren Studiendaten zufolge beeinflussen entkoffeinierter und gewöhnlicher Kaffee die Gesundheit gleichermaßen. Falls also Substanzen aus dem Heißgetränk ein wenig vor Herzleiden und anderen Krankheiten schützen, müssen es andere sein als das für die aufputschende Wirkung verantwortliche Koffein.
Neal Freedman von den National Institutes of Health der USA und seine Kollegen werteten Informationen von rund 229.000 Männern und 173.000 Frauen aus, die seit Mitte der neunziger Jahre an einer großen Studie (NIH AARP Diet and Health Study) teilgenommen hatten. Alle hatten zu Beginn einen Fragebogen mit diversen Informationen zu ihrem Lebensstil ausgefüllt - Essgewohnheiten, Alkoholkonsum, Sportpensum und vieles mehr. Zu Studienbeginn waren die Teilnehmer zwischen 50 und 71 Jahre alt.
Bis zum Jahr 2008 starben 52.515 Teilnehmer, wie die Forscher im „ew England Journal of Medicine“berichten. Das Team um Freedman berechnete nun, ob Kaffeetrinker eher oder später ums Leben kamen als die Teilnehmer, die vorzugsweise andere Getränke konsumierten.
Tatsächlich starben sie früher. Allerdings entpuppten sich Kaffeetrinker auch häufiger als Sportmuffel und als regelmäßigere Alkoholkonsumenten - zusätzlich verschmähten sie eher Obst und Gemüse und aßen häufiger rotes Fleisch. Der auffälligste Zusammenhang: Von den Männern, die überhaupt keinen Kaffee tranken, rauchten 4,8 Prozent. In der Gruppe mit dem höchsten Kaffeekonsum (täglich sechs Tassen oder mehr) waren dagegen 34,7 Prozent Raucher. Bei den Frauen waren es 8,1 beziehungsweise 48,1 Prozent. Unterm Strich zeigte sich also - wieder einmal.Wer viel Kaffee trinkt, lebt insgesamt eher ungesund.