Die Aserbaidschanische Staatliche Nachrichtenagentur

Naturkatastrophen: Hurrikan "Matthew"

Naturkatastrophen: Hurrikan "Matthew"

Baku, 5. Oktober, AZERTAC

Mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 220 Kilometern pro Stunde hat Hurrikan "Matthew" die Karibik erreicht. Für das bitterarme Haiti ist der Sturm eine Katastrophe.

Starkregen und heftige Winde. Mindestens acht Menschen sind ums Leben gekommen, seit Hurrikan "Matthew" Haiti und Kuba heimgesucht hat. "Wir haben Wellen von drei bis vier Metern Höhe. Außerdem heftigen Regen und leichte Überschwemmungen", sagte der Leiter des Zivilschutzes der kubanischen Stadt Baracoa, Tony Matos, am Dienstagabend (Ortszeit).

Mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 220 Kilometern pro Stunde war "Matthew" auf den äußersten Osten von Kuba getroffen. Bäume stürzten um und Straßen wurden überschwemmt. Die kubanischen Behörden hatten die Bevölkerung in der Küstenregion bereits seit Tagen auf den Wirbelsturm vorbereitet. Rund 1,3 Millionen Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Die US-Streitkräfte zogen ihr Personal von der Militärbasis Guantanamo ab.

Katastrophale Situation in Haiti - Zuvor war "Matthew" über den Westen von Haiti und Teile der benachbarten Dominikanischen Republik hinweggezogen. Auch hier standen Straßen unter Wasser, Bäume und Strommasten knickten um. Die wichtigste Brücke zwischen Haitis Hauptstadt Port-au-Prince und den Departments im Süden stürzte ein. Häuser und Felder wurden beschädigt. Tausende suchten Schutz vor Wind und Regen.

Vor allem in der Hafenstadt Les Cayes mit 70.000 Einwohnern soll die Situation katastrophal sein. "Die Stadt ist überflutet, überall liegen Bäume herum, man kann sich kaum fortbewegen", berichtete die stellvertretende Bürgermeisterin Marie Claudette Regis Delerme, die selbst aus ihrem Haus fliehen musste, als der Wind das Dach abdeckte.

Bisher sollen vier Menschen in Haiti ums Leben gekommen sein, berichtete der Radiosender Metropole. Die Uno warnte, dass der Sturm für den bitterarmen Staat die schlimmste humanitäre Krise seit der Erdbebenkatastrophe von 2010 bedeute. Damals starben mehr als 200.000 Menschen.

"Viele Regionen wurden stark gerodet. Der Hurrikan bringt mit bis zu 600 Millimeter pro Quadratmeter extreme Regenmengen mit, sodass neben Sturmschäden vor allem die Gefahr von Überschwemmungen und Erdrutschen extrem hoch ist", sagte der Leiter der Auslandshilfe des Arbeiter-Samariter-Bunds (ABS), Carsten Stork.

Schlimmster Sturm seit Jahrzehnten - In dem völlig verarmten Karibikstaat wurden den Vereinten Nationen zufolge 1300 Notunterkünfte mit Kapazität für 340.000 Menschen eingerichtet. Allerdings sei fraglich, ob die Evakuierungszentren dem heftigen Sturm standhalten können. Die Europäische Union sagte 255.000 Euro Soforthilfe zu.

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen warnte, mehr als vier Millionen Kinder könnten von den Auswirkungen von "Matthew" betroffen sein. "Das ist der schlimmste Sturm in Haiti seit Jahrzehnten und die Schäden werden zweifellos beträchtlich sein", sagte der örtliche Unicef-Vertreter Marc Vincent.

"Krankheiten wegen verschmutzten Wassers sind in vergleichbaren Situationen die größte Gefahr für Kinder", sagte er. "Unsere Priorität ist, die Versorgung der Kinder mit ausreichend sauberem Trinkwasser sicherzustellen."

"Die Farmen wurden hart getroffen", sagte Hervil Cherubin, Länderkoordinator der Hilfsorganisation Haiti for Heifer International. "Bananen, Bohnen, Reis - es ist alles verloren. Die meisten Bauern müssen ganz von vorn beginnen. Alles, was sie sich in den vergangenen Jahren aufgebaut haben, wurde hinweggefegt."

Für kommenden Sonntag sind in Haiti Präsidentenwahlen angesetzt. Sollte die Abstimmung wegen des Hurrikans abgesagt werden, sind Unruhen zu befürchten. Haiti ist politisch äußerst instabil, das Ergebnis der letzten Wahl wurde wegen Manipulationsvorwürfen annulliert.

In der Dominikanischen Republik wurden laut Angaben des örtlichen Zivilschutzes vier Personen getötet. Mehr als 20.000 Menschen mussten dort ihre Häuser verlassen.

"Matthew" sollte nach der Prognose des US-Hurrikan-Zentrums am Donnerstag die Bahamas streifen und am Freitag an der Ostküste des US-Bundesstaats Florida vorbeiziehen. In Florida und South Carolina sowie Teilen von Georgia und North Carolina verhängten die Behörden den Notstand. South Carolinas Gouverneurin Nikki Haley rief die Bevölkerung in sämtlichen Küstenabschnitten dazu auf, sich mindestens 160 Kilometer weit ins Inland zu begeben.

US-Präsident Barack Obama sagte eine für Mittwoch geplante Wahlkampfveranstaltung in Florida ab. Er wollte sich stattdessen im Hauptquartier der nationalen Katastrophenschutzbehörde FEMA über die Vorbereitungen informieren.

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