Olympia in London wird zum Finanzfiasko
Baku, den 9. März (AZERTAG). Vom Sommertraum zum Alptraum? Die olympischen Spiele in London werden einem Untersuchungsbericht zufolge immer teurer. Inzwischen sollen die Kosten auf mehr als elf Milliarden Pfund hochgeschossen sein.
Bei ihrer Bewerbung für die olympischen Spiele im Jahr 2005 rechnete die Stadt London noch mit geradezu lächerlichen Kosten von 2,4 Milliarden Pfund - inzwischen sollen sie auf mehr als elf Milliarden (13 Milliarden Euro) hochgeschossen sein. Das geht aus einem Bericht britischer Parlamentarier hervor, die den Olympia-Machern von 2012 schwere Planungsfehler und Verschwendung von Steuergeldern vorwerfen. Die offiziell genannten Kosten von 9,3 Milliarden Pfund würden schon jetzt um zwei Milliarden Pfund überschritten, heißt es in dem Report der Abgeordneten.
Das Organisationskomitee Locog habe die Kosten für den Ankauf des Olympiaparks im Londoner Stadtteil Stratford für 788 Millionen Pfund herausgerechnet. Auch Kosten in Höhe von 826 Millionen Pfund für Sonderprojekte, etwa zum Wecken von Sportbegeisterung im Land, seien nicht berücksichtigt.
Hauptgrund für das Schönrechnen seien die immens gestiegenen Sicherheitskosten. Ursprünglich waren 600 Millionen Pfund aus dem Olympia-Budget für die Sicherheit bestimmt - dazu kam eine unbestimmte Summe für Anti-Terror-Maßnahmen. Die Zahl der Sicherheitsleute, die die Spiele schützen sollen, hat sich inzwischen von den geplanten 10.000 auf 23.000 mehr als verdoppelt. „Das Locog ist Opfer eines schlechten Vertrags mit der Sicherheitsfirma G4S“, sagte die Vorsitzende des Parlamentsausschusses für Ausgabenüberwachung, Margaret Hodge.
Unter anderem hatte die US-Regierung moniert, die Spiele seien nicht ausreichend gegen Terroranschläge geschützt. Großbritannien beorderte daraufhin auch mehr als 10.000 Soldaten zum Schutz der Spiele - mehr als in Afghanistan Dienst tun.
Als eines der möglichen Alptraumszenarien gilt in Londoner Sicherheitskreisen ein Angriff im Stil von Mumbai. In der indischen Millionenstadt hatten zehn schwerbewaffnete Männer im November 2008 zur gleichen Zeit mehrere Hotels und Cafés gestürmt und 174 Menschen getötet.