Schwacher Handel schürt Konjunktursorgen
Baku, den 10. Juli (AZERTAG). Das Wachstum des chinesischen Außenhandels hat sich im Juni deutlich verlangsamt. Vor allem die Importe legten unerwartet schwach zu - für viele deutsche Firmen ist das eine schlechte Nachricht.
Chinas Wirtschaft läuft derzeit nicht rund. Das lässt sich unter anderem an den jüngsten Handelszahlen ablesen, die die Zollverwaltung des Landes am Dienstag bekanntgab. Demnach hat sich der Außenhandel im Juni stark verlangsamt. Besonders schwach blieben die Importe, die im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur um 6,3 Prozent zulegten.
Im Mai hatte das Import-Plus noch bei 12,7 Prozent gelegen. Experten hatten eigentlich auch für Juni mit einem zweistelligen Wachstum gerechnet. Doch die chinesischen Konsumenten enttäuschten diese Hoffnungen. Sie kauften zwar immer noch mehr ausländische Güter als ein Jahr zuvor. Doch das Tempo des Wachstums hat stark nachgelassen.
Der Rückgang ist auch eine schlechte Nachricht für die deutsche Exportwirtschaft, die bisher von dem Wachstum in China profitiert hatte. Vor allem Auto- und Maschinenbauer konnten sich über stetig steigende Absätze freuen. Dieser Boom droht sich nun abzuschwächen.
Insgesamt stiegen die Einfuhren im Juni auf 148 Milliarden US-Dollar, während die Exporte auf 180 Milliarden US-Dollar zulegten und damit auch den chinesischen Außenhandelsüberschuss wieder deutlich erhöhten. Er lag bei 31,7 Milliarden Dollar.
Dennoch entwickelte sich auch das Exportwachstum im Juni deutlich schwächer als noch im Mai. Die Ausfuhren nahmen nur noch um 11,3 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres zu. Im Mai waren die Exporte noch um 15,3 Prozent gewachsen. Ursache für den Rückgang ist vor allem die schwächere Nachfrage aus der Europäischen Union, dem größten Handelspartner Chinas.
Chinas Wirtschaft wächst schon seit einigen Monaten nicht mehr so stark wie in den vergangenen Jahren. Im ersten Quartal des Jahres lag die Wachstumsrate bei 8,1 Prozent - so niedrig wie seit 2008 nicht mehr. Am kommenden Freitag werden die Zahlen für das zweite Quartal erwartet. Prognosen deuten darauf hin, dass sich der Abwärtstrend fortgesetzt hat.