Sony erwägt eigene Zerschlagung
Baku, den 22. Mai (AZERTAG). Sony beugt sich dem Druck eines Großinvestors - zumindest ein wenig. Der japanische Elektronikkonzern prüft übereinstimmenden Medienberichten zufolge die eigene Zerschlagung. Zuvor hatte der US-Hedgefondsmanager Daniel Loeb die Abtrennung der Unterhaltungssparte gefordert.
Der japanische Elektronik- und Medienkonzern Sony prüft offenbar seine Zerschlagung. Der entsprechende Vorschlag des einflussreichen amerikanischen Hedgefonds-Managers Daniel Loeb werde zumindest ein Thema im Verwaltungsrat sein, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertrauten Person sowie die japanische Zeitung „Nikkei“ berichten. Die Prüfung könne sich laut Bloomberg über einen Monat hinziehen. Sony selbst wollte die Informationen nicht kommentieren.
Loebs Hedgefonds Third Point hält laut „New York Times“ inzwischen einen Anteil von 6,5 Prozent an Sony im Wert von 1,1 Milliarden Dollar. In der vergangenen Woche hatte Loeb gefordert, das Film- und Musikgeschäft vom Rest abzuspalten und teilweise an die Börse zu bringen. Der Hedgefonds-Manager will, dass die Entertainment-Sparte ausgekoppelt wird und 15 bis 20 Prozent davon an die Börse kommen. Das Argument des Milliardärs: Der Druck durch Investoren könne das Sony-Filmgeschäft effizienter machen.
Loeb ist als kritischer Investor berüchtigt - Bei Sony stieß die Idee damals allerdings auf wenig Gegenliebe. Die Unterhaltungsbereiche seien ein wichtiger Wachstumstreiber und stünden nicht zum Verkauf, hieß es aus dem Umfeld des Konzerns. An den Börsen legte die Sony-Aktie jedoch aufgrund der Zerschlagungsphantasien deutlich zu, allein am Mittwoch um sieben Prozent. Seit dem Bekanntwerden der Investorenforderung stieg der Börsenwert Sonys insgesamt um rund ein Viertel.
Daniel Loeb, ist dafür berüchtigt, sich mit dem Management seiner Beteiligungen anzulegen. Das bekam etwa der Internetkonzern Yahoo zu spüren. Vor rund einem Jahr machte Loeb einen falschen akademischen Titel des damaligen Yahoo-Chefs Scott Thompson öffentlich. Thompson musste gehen, Loebs Third Point bekam die monatelang geforderte Präsenz im Verwaltungsrat und soll eine Schlüsselrolle bei der Berufung der neuen Chefin Marissa Mayer gespielt haben.