Teilnehmer einer internationalen Konferenz besichtigen neu entdeckte Massengräber im aserbaidschanischen Aghdara
Baku, 10. Oktober, AZERTAC
Im Rahmen der internationalen Konferenz zum Thema „Vereinte Anstrengungen und verstärkte Zusammenarbeit zur Lösung des Problems der vermissten Personen“, organisiert von der Staatlichen Kommission der Republik Aserbaidschan für Kriegsgefangene, Geiseln und vermisste Personen im Rahmen des Baku-Dialogs über vermisste Personen, haben die Teilnehmer die Stätte eines Massengrabs im Dorf Balligaya im Bezirk Aghdara besichtigt. Das Gebiet war früher eine strategisch wichtige Kampfposition.
Nach vorläufigen Angaben wurden an der 29. entdeckten Massengrabstätte in den befreiten Gebieten die Überreste von mehr als zehn Personen gefunden, bei denen es sich vermutlich um aserbaidschanische Soldaten aus dem Ersten Karabach-Krieg handelt.
Die früheren Kampfstellungen ermöglichten die Kontrolle über die umliegenden Dörfer Balligaya, Sirkhavend und Garashlar. In diesen Gebieten fanden während des Ersten Karabach-Kriegs heftige Gefechte statt.
Während des Krieges wurden aserbaidschanische Einheiten von armenischen Truppen eingekesselt. Eine Freiwilligeneinheit fiel in einem ungleichen und heldenhaften Kampf, wobei die Leichname nicht an die aserbaidschanische Seite übergeben wurden.
Bei den laufenden Sucharbeiten wurden bislang Überreste von über zehn Personen entdeckt – dies ist jedoch nur ein vorläufiger Befund. Es wird erwartet, dass bei weiteren Untersuchungen noch mehr Überreste gefunden werden.
Die Konferenzteilnehmer wurden auch darüber informiert, dass Minenverseuchung, unwegsames Gelände und widrige Witterungsbedingungen die Such- und Bergungsarbeiten erheblich erschweren.
Während der 30-jährigen Besatzung haben die armenischen Streitkräfte in den befreiten Gebieten mehr als eine Million Landminen verlegt.
Die Teilnehmer beobachteten außerdem die laufenden Minenräumungsmaßnahmen vor Ort.