Tricks bringen Facebook mehr Werbeeinnahmen
Baku, den 13. Juni (AZERTAG). Facebook war in die Kritik seiner Kunden geraten, Werbung bringe nicht den gewünschten Erfolg. Jetzt hat das Netzwerk neue Daten vorgelegt, die die Vorteile seines Geschäftsmodels untermauern.
Erstmals nach dem pannenreichen Börsendebüt im Februar wehrt sich Facebook mit einer Marketing-Offensive öffentlich gegen seine Kritiker.
Wochenlang war es dem Unternehmen untersagt gewesen, öffentliche Kommentare abzugeben. Am Dienstag aber endete die von der amerikanischen Börsenaufsicht verordnete Stillhaltezeit, und Facebooks Vorstände gingen umgehend in die Offensive. Sie verteidigten das Geschäftsmodell und seine Werbekanäle, äußerten sich aber nicht zu den Problemen am Tag des Börsengangs.
„Es ist ein Mythos, dass Werbung auf Facebook nicht funktioniert“, sagte Brad Smallwood, der für den Konzern die Wirkung der Kundenwerbung untersucht. Er stellte eine vom Unternehmen selbst in Auftrag gegebene Studie der Firma Comscore vor, die Facebooks Anzeigenmodell verteidigt. Ihr Fazit: Eine Marke, die Fans auf Facebook hat, wird häufiger gekauft.
Studien belegen Wert der Werbung auf Facebook-Auch eine zweite Studie, die zufällig zeitgleich veröffentlicht wurde, beflügelte das soziale Netzwerk. Erste Ergebnisse der Online-Werbedienstleisters Marin Software hätten gezeigt, dass sich bestimmte Arten von Facebook-Anzeigen positiv auf den Umsatz auswirken könnten, heißt es in dem Bericht von eMarketer.
Facebook präsentierte zudem die groben Ergebnisse einer eigenen, internen Untersuchung von mehr als 60 Werbekampagnen auf seiner Webseite. Demnach spielten 70 Prozent der Werbungen einen mindestens dreimal höheren Ertrag ein als sie gekostet hatten; fast jede zweite der Kampagnen brachte gar einen mindestens fünf Mal so hohen Ertrag im Verhältnis zu den Ausgaben ein. Weitere Details oder Firmennamen nannte Facebook aber nicht.
Mit den beiden unabhängigen Studien zum Konsumentenverhalten hat Facebook nun endlich Argumente in der Hand, um sich gegen die anhaltende Kritik von außen zu wehren. Große Markenkonzerne und Werbeagenturen beschweren sich seit längerem darüber, dass es keinen Beweis dafür gebe, dass Konsumenten mehr Geld ausgeben, wenn sie eine Werbung auf Facebook sehen.
Der Autohersteller General Motors kündigte gar kurz vor dem Facebook-Börsengang an, er werde Anzeigen im Wert von zehn Millionen US-Dollar von der Netzwerk-Seite ziehen - mit der Begründung, sie seien wirkungslos.