Die Aserbaidschanische Staatliche Nachrichtenagentur

Twitter will nach eigenen Angaben zunächst 70 Millionen Anteilsscheine anbieten

Baku, den 7. November (AZERTAG). Der Online-Kurznachrichtendienst Twitter bringt seine Aktie zum Preis von 26 Dollar auf den Markt. Zunächst werden 70 Millionen Anteilsscheine angeboten. Das Interesse der Investoren ist groß.

Twitter wird am Donnerstag zum ersten Mal an der New Yorker Börse gehandelt. Der Kurznachrichtendienst wirft seine Aktie zu 26 Dollar auf den Markt, wie das Unternehmen am Mittwoch (Ortszeit) mitteilte. Twitter geht damit über die zuletzt genannte Spanne von 23 bis 25 Dollar hinaus, was auf eine starke Nachfrage von Investorenseite hindeutet.

Twitter will nach eigenen Angaben zunächst 70 Millionen Anteilsscheine anbieten. Bei entsprechender Nachfrage behält sich das Unternehmen die Ausgabe von 10,5 Millionen weiteren Aktien binnen 30 Tagen vor. Gehandelt wird die Aktie unter der Bezeichnung „TWTR“.

Die gesamten Einnahmen belaufen sich in einem ersten Schritt auf 1,8 Milliarden Dollar oder umgerechnet 1,3 Milliarden Euro. Rechnet man die sogenannte Mehrzuteilungsoption hinzu - zusätzliche Aktien, die bei entsprechender Nachfrage auf den Markt kommen - sind es 2,1 Milliarden Dollar. Das Geld fließt dem Unternehmen nach Abzug der Gebühren für die beteiligten Banken zu.

Zusammen mit den Anteilsscheinen, die bei den Alteigentümern verbleiben, liegt die Gesamtbewertung von Twitter bei 14,2 Milliarden Dollar. Zwischenzeitlich schien sogar eine noch höhere Bewertung möglich, als US-Medien über einen möglichen Aktienpreis von 27 Dollar berichteten. Zum Vergleich: Facebook ist nach der Erholung des Aktienkurses rund 120 Milliarden Dollar wert.

Der Hauptaktionär ist kaum bekannt - Hauptaktionär von Twitter ist der bislang kaum in Erscheinung getretene Investor Rizvi Traverse mit 15,6 Prozent nach dem Börsengang. Die größte US-Bank JP Morgan Chase hält neun Prozent.

Unter den frühen Investoren mit einem Aktienanteil von jeweils rund fünf Prozent sind bekannte Risiko-Kapitalgeber wie Union Square Ventures, Benchmark Capital Partners, Spark Capital sowie DST Global aus Russland.

Die drei Mitgründer von Twitter halten unterschiedliche hohe Anteile am Unternehmen. So ist der zeitweise Firmenchef Evan Williams der mit Abstand größte Aktionär mit einer Beteiligung von 10,4 Prozent nach dem Börsengang. Seine 56,9 Millionen Aktien sind zum Ausgabepreis von 26 Dollar knapp 1,6 Milliarden Dollar wert. Dabei hatte er sich schon vor einigen Jahren bei Twitter zurückgezogen und kümmert sich jetzt um neue Projekte wie das Medien-Start-up Medium.

Mitgründer Jack Dorsey hält einen deutlich geringeren Anteil von nun 4,3 Prozent. Dorsey ist der einzige aus dem Gründer-Trio, der noch die Geschicke von Twitter mitbestimmt - er ist als Vorsitzender des Verwaltungsrats der starke Mann im Hintergrund. Vom dritten Kompagnon Biz Stone, der zusammen mit Williams weitergezogen ist, fehlt im Börsenprospekt jede Spur. Der aktuelle Firmenchef Dick Costolo kommt auf einen Anteil von 1,4 Prozent nach dem Börsengang.

Weltweit 230 Millionen Nutzer - Die globale Erfolgsgeschichte von Twitter begann mit einer Idee Dorseys. Das kalifornische Start-up Odeo kam mit seinem Podcast-Dienst nicht weiter. Mitarbeiter Dorsey schlug damals als Randprojekt die Idee vor, SMS an mehrere Leute gleichzeitig verschicken zu können. Seine erste Nachricht vom 21. März 2006 („Just setting up my twttr“ - Ich richte mein twttr ein) legte den Grundstein für die Plattform.

Die Länge der Twitter-Nachrichten ist auf 140 Zeichen begrenzt; es können Links zu Bildern, Videos oder Websites angehängt werden. Die Nutzer können Tweets anderer Mitglieder abonnieren, und damit den Nachrichtenstrom in ihrer „Timeline“ selbst gestalten. Bei den Unruhen im Nahen Osten oder den Bombenanschlägen in Boston war Twitter eine schnelle, wenn auch nicht immer verlässliche Informationsquelle.

Der Dienst hat nach jüngsten Angaben über 230 Millionen Nutzer. Die populärsten Twitterer sind Musiker: So folgen den Tweets von Katy Perry rund 46,7 Millionen Nutzer. Justin Bieber kommt auf rund 46,6 Millionen „Follower“ und Lady Gaga auf rund 40,4 Millionen. Der Account von US-Präsident Barack Obama, den Unterstützer betreiben, folgt auf Rang vier mit 39,4 Millionen Nutzern.

Nächster Börsengang schon geplant - Mitgründer Dorsey arbeitet nach einem Medienbericht bereits am nächsten Börsengang. Er habe mit Banken gesprochen, um seinen Bezahldienst Square möglicherweise im kommenden Jahr an den Markt zu bringen, schrieb das „Wall Street Journal“ am Mittwoch (Ortszeit) unter Berufung auf eine eingeweihte Person. Bislang sei jedoch noch keine Bank beauftragt worden und der Zeitplan könne sich auch noch ändern, hieß es einschränkend.

Square hat ein Lesegerät für Kreditkarten entwickelt, das in den Kopfhörer-Eingang von iPhones, iPads oder Android-Geräten gesteckt wird. Die Kreditkarte wird durchgezogen, und die Bezahlung läuft dann über eine spezielle App. Das Lesegerät ist quadratisch - daher der Name Square. Es gibt weitere junge Firmen mit ähnlichen Konzepten.

Bei Square ist Dorsey wie bei Twitter einer der Mitgründer. Moment ist er der Geschäftsführer des Unternehmens. Ein Square-Sprecher wollte sich nicht zu dem Bericht äußern.

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