US-Kanzlei fordert Millionen von Ex-Partnern zurück
Baku, den 12. Juli (AZERTAG). Die Ex-Partner der insolventen Skandalkanzlei Dewey & LeBoeuf werden zur Kasse gebeten. Nach der größten Juristenpleite der US-Geschichte fordert das Unternehmen rund 103 Millionen Dollar von mehr als 700 ehemaligen Partnern zurück. Sonst drohe ein jahrelanger Rechtsstreit, berichtet das Wall Street Journal.
Es liest sich wie ein Drehbuch für die fiktive US-Anwalts-Fernsehserie „Good Wife“: Die seit Mai insolvente Anwaltskanzlei Dewey & LeBoeuf fordert von mehr als 700 ehemaligen Partnern rund 103 Millionen Dollar an Gehalt und zusätzlichen Leistungen zurück. Sonst, so die Anwälte, drohe ein jahrelanger Rechtsstreit. Das berichtet das „Wall Street Journal“ (WSJ).
Mit dem Geld soll ein Teil der Verpflichtungen zurückgezahlt werden: Die insolvente Kanzlei hat mehr als 315 Millionen Schulden mit bis zu 10.000 Gläubigern hinterlassen - hierzu gehören Banken, Makler und Ex-Partner. Allein eine große US-Bank hat Anspruch auf 75 Millionen Dollar.
Die Rückforderungen betreffen auch 371 Ex-Partner, die die New Yorker Kanzlei vor dem Januar 2011 verlassen und seitdem Pensionszahlungen und weitere Gelder eingestrichen hatten. Die ehemaligen Partner der Kanzlei müssen jeweils mit Rückforderungen zwischen 25.000 und drei Millionen Dollar rechnen. Bisher ist unklar, wie viele Rechtsanwälte auf die Forderungen eingehen wollen, berichtet das „WSJ“. Viele der Anwälte hätten sich bereits juristische Hilfe gesucht.
Darüber hinaus versucht Dewey & LeBoeuf, zusätzlich 217 Millionen Dollar von ehemaligen Klienten einzutreiben. Sie hatten ihre Rechung nicht bezahlt.
„Lehman Brothers der Juristen“-Der Kollaps der Kanzlei, deren Ursprünge bis 1909 zurückreichen, ist die größte und spektakulärste Juristenpleite der US-Geschichte. Dewey & LeBoeuf, so kommentierte die „New York Times“, sei das „das Lehman Brothers der Juristen“.
Die Partner der insolventen Kanzlei hatten teils Stundensätze von mehr als 1000 Dollar eingespielt, plus Gewinnbeteiligung und Boni. Zu ihren 5000 Mandanten zählten Konzerne wie AT&T, GM, Disney, Ebay und MetLife, aber auch Basketball- und Baseballteams.